goscinski, polanszky, schmale,

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KS ROOM / Meierhof
goscinski, sofia
polanszky, rudolf- schmale, toni
Eröffnung:
Samstag, 15. Oktober 2016 | 16-21 Uhr
KünstlerInnen: Sofia Goscinski,
Rudolf Polanszky, Toni Schmale
Ausstellungskonzeption: Sofia Goscinski
Ausstellung: 16.10. – 20.11. 2016
Schloss Kornberg, Dörfl 1,
bildschirmfoto-2016-10-07-um-18-33-41
Für eine Ausstellung in der Steiermark werden drei künstlerische Positionen
in ihrer Gegensätzlichkeit zueinander gezeigt. Alle drei weisen von der Norm
abweichende bildhauerische Qualitäten auf, indem sie sich von jeder banal formalistischen Praxis trennen. Ungeachtet der individualistischen Ansätze
durchzieht deren Gegenüberstellung eine komplementäre Logik. In
Monumentale gesteigerte fotografische Arbeiten über skulpturalen Rauminhalt
und Wahrnehmungsraum begegnen körperlichen Affekten, die sich in zwei
sehr spezifischen skulpturalen Praktiken wiederfinden.
 
Toni Schmales Skulpturen gehen in ihrer Kombination aus materiellem
Brutalismus und formaler Eleganz keine Kompromisse ein. Schmales
Skulpturen sind Nebenprodukte der Schwerindustrie, Beton oder
geschweißter Stahl, verzinkt, pulverbeschichtet, sandgestrahlt oder gewachst
bis hin zu einer perfekten Oberfläche. Sie sind Bastarde eines Minimalismus, zusammengebaut aus Einzelbestand-teilen, die das minimalistische
Ethos gegen das Ornament durchbrechen. Im Kunstkanon ist dieses
Genre von Männern dominiert, Schmale schlägt mit ihren provokanten
Titeln (wie bettwurst, 2014 und queening machine, 2012) daher einen
kompromisslosen Affront gegen die patriarchale Struktur des
Bildhauer-Milieus ein. Die Objekte sind für sich selbst mehrdeutig und
sie passen sich gewiss nicht einer „Fließband”-Ästhetik an. Irgendetwas
an diesen haben wir an Trainigsgeräten im Fitnessstudio oder in einer
ölverschmutzten Mechanikerwerkstatt gesehen. Kettenglieder, Betonplatten
oder Walzen aus Stahl und Beton, Klemmen, Rohrleitungen aus Metall;
sie sind die Bestandteile eines Ganzen und Schmale ist virtuos darin, dem
Zweck Sinn zu geben.
 
Der Bildhauer Rudolf Polanszky etablierte sich in den 1970er Jahren
nach den großen Tagen des Aktionismus und fand sich im Umfeld von
Dieter Roth und Franz West. Polanszky fordert die Trümmer der Industrie,
wie vorgefundene Kunststoff-Folien, Kartons, Plexiglas oder Draht, ein
und fertigt Bricolage-Skulpturen aus ihren abgenützten Einzelteilen. Auf Metallkonstruktionen platziert, nehmen deren Formen einfallsreiche
architektonische Qualitäten an. Mit ihrer groben Textur und den augenfällig
fragilen Formen verweisen sie auf eine mögliche, wiederverwertbare Funktionalität.
Als phänomenologische Objekte aus der unmittelbaren Erfahrung heraus
werden die Skulpturen zu Ruinen einer kommenden Apokalypse oder zu
unfertigen Überresten einer gescheiterten Utopie des Globalismus.
 
Die lebensgroß gerahmten, schwarz-weißen Fotoprints von Sofia Goscinski
übermitteln eine Dichotomie zwischen zwei- und dreidimensionaler
Darstellung. Monumental in ihrer Erscheinung, am Boden gegen die Wand
gelehnt, besitzen die abgebildeten Hügel eine raue Oberfläche. Die Oberflächende-
tails an ihnen vermag der erkennende Impuls als geologische Gesteinsproben
oder versteinertes Holz deuten. In Wirklichkeit sind sie kleine ausgehöhlte
Tongefäße. Diese “Casts of Rabbit Hole“ (‘Abgüsse eines Kaninchenlochs’)
suggerieren einen Versuch, dem Hohlraum Form zu geben, oder aber die
schier gewaltige Aufgabe, das Unbekannte zu „physikalisieren” und in das Zweidimensionale zu verflachen. Skulpturale Daten werden mit einem Mal
von einer Form in eine andere transkribiert – was wir sehen, ist nicht das, was
wir erhalten – was wir sehen, ist das, was wir erkennen.
Max Henry
 
Sofia Goscinski, 1979 in Wien geboren,
ist eine medienübergreifend arbeitende Künstlerin.
lebt und arbeitet in Wien.
Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien
bei Eva Schlegel, Diplom 2005.
2004 Erasmusstipendium an der Villa Arson, Nizza, Frankreich.
2009 Stipendiatin ‘The Mountain School of Arts’ Los Angeles, USA.
 
 
Rudolf Polanszky wurde 1951 in Wien geboren.
Seit 1976 mit dem Film “Zu einer Semiologie der Sinne”
und den ersten konzeptuellen Arbeiten wie den “Schweinsfettzeichnungen”
als freiberuflicher Künstler tätig.
 

 
Toni Schmale, 1980 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet in Wien.
Studium Performative Kunst- Skulptur an der Akademie der Bildenden Künste Wien
bei Monica Bonvicini. 2011 Birgit-Jürgenssen-Preis; 2013
Preis der Akademie der Bildenden Künste, Wien.
 
 
Der KS ROOM wurde 2013 von Karl Karner und
Linda Samaraweerova als non-profit/
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