SHOEting

Kulturzentrum Palais Palffy
, Phantastenmuseum Wien

SHOEting
Eröffnung:
Donnerstag, 24. November 2016 | 19h

KünstlerInnen:
Gerhard ABA,  ONA B., Thomas NEMEC, Elvira RAJEK
Kuratorin: Elvira Rajek
Eröffnung: Wolfgang Pauser / Ulrich Gansert
Ausstellung: 24.11. – 4.12. 2016
  Josefsplatz 6, 1010 Wien

Das Thema „Schuhe“ eröffnet einen ganzen Kosmos von Geschichten, individuellen Erfahrungen und Vorurteilen. Schuhe stehen für Leidenschaft und Fetisch, für Sinnlichkeit und die Suche nach Vollkommenheit. Sie repräsentieren triviale Bedürfnisse und sind attraktives Medium für eine künstlerische Auseinandersetzung zugleich. Den Schuh nicht nur als beiläufiges Modeprojekt zu betrachten, sondern als Kunst- und Designobjekt mit autonomer Aussage, oder als Focus der eigenen Auseinandersetzung mit der Welt, ist Gegenstand dieser Ausstellung mit 4 sehr unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten:
Gerhard ABA,  ONA B., Thomas Nemec, Elvira Rajek.
Der Photograph Gerhard ABA hat vor etlichen Jahren nicht die Flucht ergriffen, als die Frau, die er begehrte, ihm eröffnete, dass sie eine Beinprothese trage, und so begann eine Reise der besonderen Art: Eine Liebe mit der Erkundung des Ungewohnten, der Entdeckung der Erotik der Asymmetrie und dem Genuss der Gemeinsamkeit jenseits der Zwänge der Normalität. Damals entstanden die ersten künstlerischen Fotos einer amputierten Frau – seiner Freundin. Diese Beziehung prägte sein weiteres Leben, auch und insbesondere sein künstlerisches Wirken bis heute. Er zeigt weibliche Schönheit in ungewohnter Form, jenseits von Klischee, Vorurteil und Oberflächlichkeit.
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Die transmediale Künstlerin ONA B. setzt mit ihrer Objektserie „Scandal in Paradise“ den Stöckelschuh in Verbindung mit der Krücke im Sinn von Fetisch und Heilung. Die Krücke ist Gehbehelf, der Stöckel ist Zierde. Sie bilden in der Erotik ein Gegensatz-paar, doch ein Stöckelschuh kann auch als Krücke zur Sinnlichkeit dienen. Der Stöckel steht für Attraktivität, Jugendlichkeit, Sinnlichkeit und die Krücke ist Symbol für Alter, Behinderung und Gebrechlichkeit. Der Stöckelschuh ist ebenso Behinderung in der freien ungehinderten Bewegung und die Krücke kann die Behinderung der Stöckelschuhe aufheben. Die Kombination dieser Gegensätze zeigt die Untrennbarkeit der Pole im Fluss des Lebens. Die Objekte „Lipstick“ und „SHOEting“ und ihre  Bilderserie „Shadows“ ergänzen diese Auseinandersetzung.
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Thomas Nemec – seine Kunst wird von vitalem Lebensgefühl getragen. Gesellschaftlich bedingte Befindlichkeiten wie Zorn und Aggression, widerständische Energie und individuell-anarchische Lebensfreude, vermischt mit Erotik und besitzergreifender Lust fließen immer in Nemec’ Bildwelten ein – auch wenn das auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist. Die gesellschaftsrelevante, politische Aussage lässt sich aus der Formenwelt und der Bildsprache erschließen: Ein herber Grundton bestimmt die klare Formfindung. Der präzise, durchdachte Bildaufbau erzeugt formale Spannung, die sich als Anspannung auf die BetrachterInnen überträgt.
elvira-rajek-munitionsschuh
Elvira Rajek entwickelt sich vom Shoe-aholic zum Shoe-maniac. Für sie sind Schuhe nicht nur Gebrauchsgegenstand, sondern Teil des Gesamterscheinungs-bildes eines Menschen. Sie sind zudem Objekte der Begierde. Sie zu besitzen ist manchmal wichtiger als sie zu tragen. Der Schuh in der Kunst ist kein unbekanntes, aber ein unerschöpfliches Thema. Ihre Schuhe werden zu Flugzeugen umgeformt, von Nägeln durchbohrt, mit Brüstchen verziert, mit Munition überzogen, als Panzerfahrzeug umfunktioniert, mit Text umrahmt, lernen fliegen oder werden erlegt.  Der Schuh ist nun Trophäe, den man zur Schau stellen kann.
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Theoretiker / Redner:
Ulrich Gansert
Maler, Photokünstler und Theoretiker. Geboren 1942 in Breslau/Schlesien.
1957-67 Berufstätigkeit in Emden, Leverkusen und Köln. Lehrtätigkeit 1973/74 als Gastdozent an der Gesamthochschule Kassel und von 1974 bis 2004 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Zahlreiche Textveröffentlichungen zur Kunst und Kunsttheorie in Zeitschriften und Katalogen.
Wolfgang Pauser
geb. 1959, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in Wien. Er ist freiberuflicher Essayist mit den Themenschwerpunkten Konsum- und Alltagskultur, Bildende Kunst, Design, Architektur unter anderem in der ZEIT und ist Berater im Bereich strategischer Marken- und Produktentwicklung.
Sein Essay zum Thema: „Warum sind Frauen stöckelpflichtig?“
Der aufrechte Gang, die Entwicklung vom gebückten Tier, die Menschwerdung findet seine Überhöhung im Stöckel. Stöckelschuhträger sind der Indikator, dass wir über das erste menschliche Entwicklungsstadium des aufrechten Ganges hinaus ge-kommen sind. Sie verlassen die Bequemlichkeit und die Ebene einfacher Vernunft, und begeben sich ins Komplizierte:
Dr. Wolfgang Pauser in Einer Nachricht an ONA B. :
“ …Der Stöckelschuh macht erwachsen, da er das Stolpern geradezu herausfordert und thematisiert, um es mit jedem gekonnten Schritt zu widerlegen.“ (Auszug Text über Stöckelschuh / DIE ZEIT / Kolumne “Dr. Pausers Schuhwerk” „Warum sind Frauen stöckelpflichtig?“)
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Galerie Kunstfabrik
ONA B.
“PASSENGER”
Eröffnung: Sa. 19. Nov. 2016 | 19 Uhr
Zu den Arbeiten spricht: Hartwig Knack
Ausstellung: 20.11. – 18.12.2016
in memoriam Peter Feichtinger
credits: Andreas Geis
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Foto: Thomas Ruzicka
ONA B. „Passenger“
ONA B. zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen feministischer Kunst in Österreich. Ihr
bevorzugtes Ausdrucksmittel ist die Farbe Rot. Unter dem Titel „Passenger“ stellt sie nun
ihre raumfüllenden Arbeiten in der Kunstfabrik Groß Siegharts aus.
ONA B. hat die Secession in Wien zwar auch schon mal in Blau getaucht – ihr eigentliches
Arbeitsmedium ist jedoch die Farbe Rot. Warum Rot? „Rot steht für Energie, für den Fluss
des Lebens“, erklärt ONA B., „alle wichtigen Dinge sind Rot. Das Blut, das Feuer, die
Sonne.“ Mit entsprechender Strahlkraft sind ihre großräumigen Installationen in Szene
gesetzt. Die Ausstellung „Passenger“ ist gleichsam eine Reise durch die (auch eigene)
Lebenszeit.
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ONA B. dokumentiert die Veränderung des weiblichen Körpers. Und sie setzt sich mit dem
Tod eines geliebten Freundes auseinander. Durch mehrere Räume gestalten die
raumfüllenden Installationen einen Weg, ein Nachdenken über das, was vergeht und jene
Dinge und Gefühle, die zurückbleiben. Das Ende wird eine „Ent-ich-ung“ in den Arbeiten
spürbar: „Das Erlebnis, nicht selbst zu malen, sondern „es“ malt durch einen hindurch und
alles, was schon einmal war, ist und sein wird, geht durch den Körper hindurch – in den
Pinsel – auf die Leinwand: das Erlebnis der völligen Entgrenzung“, so ONA B.
Träume und Freiheit, Sexualität und Erotik, Gleichberechtigung und Weiblichkeit sind die
Themen, die die vielseitige Künstlerin beschäftigen und inspirieren.
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Verena Weninger „Der grüne Faden“
Eröffnung: Sa. 19. Nov. 2016, 19 Uhr
Es spricht: Dominique Gromes
Ausstellungsdauer: 20.11. – 18.12.2016

 

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Öffnungszeiten: Mi – So 13 – 18 Uhr

Verena Weninger verbindet Kunst und Natur: Sie arbeitet mit Materialien aus der Natur und übersetzt ihre Ästhetik, Funktionalität und Sinnlichkeit in den Kontext der Kunst. Die dabei entstehenden Objekte und Collagen sind eine philosophische Annäherung an Naturräume und den Begriff „Wildnis“. Schamanistische Methoden wie das Storytelling oder Spurenlesen fließen in ihre Kunst ein. Verena Weninger zeigt ein neues Bild von Landschaft und ihrer mannigfaltigen Bedeutung.

 

 

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