PeterKozekMahnmal

KunstimOffentlicnoe
Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus
COUNTERPOLES / Widerstäbe
von Peter Kozek
Fertigstellung:
Sonntag, 23. April 2017 | 18 Uhr ein
Künstlergespräch mit:
Peter Kozek, Künstler
Florian Sammer, Architekt
Architekturbüro ASAP – HOOG PITRO SAMMER
Cornelia Offergeld, Kunsthistorikerin und Kuratorin
Vertreter_in der Stadtgemeinde Baden
Josefsplatz, Baden bei Wien
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Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus
Counterpoles / Widerstäbe von Peter Kozek
Baden bei Wien

An einem der meist frequentierten Orte in Baden, dem Josefsplatz, zwischen Arnulf Rainer Museum und der Endstation der Badner Bahn gelegen, wird Peter Kozeks Arbeit Counterpoles / Widerstäbe auf rund 1300 m2 errichtet. Kozeks Entwurf sieht eine Anordnung von 36 Metallstäben vor, die sich in unterschiedlichen Winkeln aus dem Boden aufrichten. Die Stäbe wirken scheinbar zufällig und unsystematisch auf der Grundfläche verteilt. Der Komposition liegt jedoch ein präzise erdachtes Ordnungsprinzip zugrunde: Kozek hat einen über dem Platz schwebenden Davidstern imaginiert, der zur Badener Synagoge hin ausgerichtet ist. Die schräg im Boden verankerten Stäbe streben auf diesen imaginierten Davidstern zu, das heißt ihre Verlängerung würde in die Eckpunkte des in zwölf Dreiecke zerlegten Davidsterns münden. Die Stäbe sind schwarz und weiß lackiert, wodurch die räumliche Wirkung der Installation vertieft und dynamisiert wird.

Peter Kozeks Idee einer gedanklichen immerwährenden Aufrichtung zum Stern, seiner vorangegangenen symbolischen Zerstörung und Fragmentierung, kann von Passant_innen im öffentlichen Raum durchlebt werden. Beim Durchschreiten der Installation setzt sich das Bild durch die Änderung der Perspektive immer wieder neu zusammen. Ein Kreislauf von Gedenken, Nichtvergessen und der Hoffnung auf eine menschlichere Zukunft entsteht. Die Installation ist als offenes Denkfeld konzipiert, das keine fixen Vorstellungen und Richtungen vorgibt, sondern einen Raum für aktiven Diskurs schafft.

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In der Stadt Baden war bis 1938 die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs beheimatet. Parallel zur Vertreibung der jüdischen Mitbürger_innen erfolgte nach dem „Anschluss“ die systematische Verfolgung politischer Gegner_innen sowie jener Personen, die nicht als Teil der „Volksgemeinschaft“ kategorisiert wurden. Für die Gemeinde Baden ist daher das Gedenken an alle Opfergruppen des Nationalsozialismus wichtig: Peter Kozek hat zwar den Davidstern als jüdisches Symbol zum Ausgangspunkt für seine Installation gemacht, durch die Abstraktion der Form ermöglicht er jedoch eine universelle Lesart des Mahnmals.

Dem Wettbewerb waren die Recherchen einer engagierten Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreter_innen von Opfergruppen, Religionsgemeinschaften, politischen Parteien und Vertreter_innen der Zivilgesellschaft vorausgegangen. Sie haben unter Einbeziehung der jüdischen Gemeinde der Stadt die Grundlagen für den Wettbewerb gestaltet. Aus dem geladenen Wettbewerb, ausgelobt von der Stadtgemeinde Baden und Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, ging im Jahr 2015 der Entwurf von Peter Kozek als Gewinner hervor.

Neben der Arbeit Counterpoles / Widerstäbe sind in den vergangenen Jahren einige Projekte in Niederösterreich entstanden, die Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Gegenwartskunst vereinen. Zu erwähnen sind u.a. das Museum ERLAUF ERINNERT nahe St. Pölten oder das Mahnmal Friedenskreuz St. Lorenz am Welterbesteig Wachau, die nicht zuletzt durch das Engagement einzelner Privatpersonen, regionaler Organisationen, Historiker_innen sowie Künstler_innen realisiert werden konnten.

Peter Kozek , 1972 in Baden bei Wien geboren, studierte medienübergreifende Kunst bei Brigitte Kowanz an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie drei Jahre lang Gesang bei Annet Zaire. Er arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Ausstellungen und Interventionen im öffentlichen Raum. Zu seinen wichtigsten Stationen zählen Präsentationen in der Power Station in Shanghai, im ACF London, im BRUT, in der Galerie Engelhorn, im WUK oder im MUMOK in Wien. Seit 2003 verbindet ihn eine künstlerische Zusammenarbeit mit Thomas Hörl als kozek hörlonski. Seit 2006 ist er Assistent für Transmediale Kunst / Klasse Brigitte Kowanz an der Universität für angewandte Kunst und arbeitet in jüngster Zeit auch als Kurator. Die Installation Counterpoles / Widerstäbe entwickelte Peter Kozek in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro ASAP – HOOG PITRO SAMMER in Wien.

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Die Kunstinstallation Counterpoles / Widerstäbe von Peter Kozek ist aus einem geladenen Wettbewerb für die Gestaltung eines Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden als Gewinner hervorgegangen und wird Ende April der Öffentlichkeit übergeben.

Anfahrt:
Anfahrt mit der Bahn:
Wien Hbf ab 16.59 Uhr nach Baden bei Wien, Ankunft Bahnhof: 17.26 Uhr.
Von St. Pölten Hbf ab 16.30 Uhr nach Baden bei Wien, Ankunft Bahnhof 17.26 Uhr
Fußweg über Kaiser Franz Joseph-Ring zum Josefsplatz dauert etwa 10 Min
Badner Bahn ab Wien (Endstation direkt am Josefsplatz),
Fahrzeit ca. 1 Stunde

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