SCHLOSSLICHTSPIELE

ZKM

ZKM
SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE 2017
Eyal Gever und URBANSCREEN entwickeln Projection Mappings
Pressekonferenz:
Montag, 03. Juli 2017 | 11.30 Uhr
ZKM_Medientheater
Gespräche: Helmut Kinzler von Zaha Hadid
Architects und URBANSCREEN
Kurator Peter Weibel
03.08.–10.09.2017
/////// / |< ||| | ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
/////// / |< ||| | ZKM | Center for Art and Media Karlsruhe
/////// / |< ||| | ZKM | Centre d’art et des médias Karlsruhe
Lorenzstr. 19, D-76135 Karlsruhe
http://www.zkm.de
http://www.schlosslichtspiele.info/

 

schlolis

 

SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE 2017

03.08.2017–10.09.2017

der künstlerische Schwerpunkt der SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE liegt 2017 auf neuen Formen von Architektur, an der Schnittstelle von digitaler und realer Architektur. In Karlsruhe sind Stars der internationalen Architektenszene zu Gast, die digitale Projektion und analoge Kunst virtuos miteinander verschränken: Das Architektenduo Hani Rashid/ Lise Anne Couture (Asymptote), das Studio der Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid sowie der amerikanische Goldene Löwe von Venedig-Preisträger Greg Lynn.

 

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Die Künstlerauswahl wird von Eyal Gever, einem israelischen 3D-Artist und Designer und dem Bremer Künstlerkollektiv URBANSCREEN komplettiert. Gever wird mit seinem Projection Mapping Cleansing [Reinigen] die Fassade des Karlsruher Schlosses fluten. Das Schloss versinkt unter gewaltigen Wassermassen und wird sprichwörtlich von den Fluten davongespült. Das Bremer Künstlerkollektiv URBANSCREEN nimmt als Ausgangspunkt ihrer Arbeit INHOMOGENEOUS [UNGLEICHFÖRMIG] die spannungsreiche Gegenüberstellung architektonischer Form- und Gestaltungsprinzipien. Die klassizistische Architektur des Karlsruher Schloss wird in ihre Grundelemente zerlegt, die gleichzeitig als kleinste Einheit einer jeden grafischen Komposition gelten können: Punkt, Linie und Fläche.

Auch die ungarische Künstlergruppe Maxin10sity entwickelt eine neue Show. Insgesamt hat der Kurator der SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE Peter Weibel sechs international renommierte KünstlerInnen und Künstlergruppen eingeladen, die Fassade des Schlosses mit herausragenden Projection Mappings zum Strahlen zu bringen. Gemeinsam mit der KARLSRUHE EVENT GmbH veranstaltet das ZKM das Großevent 2017 bereits zum dritten Mal.

 

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Das Bremer Künstlerkollektiv URBANSCREEN entwickelt für die SCHLOSSLICHTSPIELE 2017 Projection Mapping, © URBANSCREEN, 2017

 

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EYAL GEVER »FLOOD / CLEANSING«

Eyal Gever (* 1970) arbeitet nunmehr seit beinahe zwanzig Jahren an der Entwicklung von 3D-Technologien. An der Schnittstelle von Kunst und Technologie entwickelt er Computersimulationen extremer Ereignisse. Diese Simulationen verwandelt er mittels 3D-Druckverfahren in innovative physische Skulpturen. Gever ist ein Visionär der „cutting-edge-technologies“, er hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Innovationen in den Bereichen Multimediadesign und -technologie erhalten. Gever hat an der renommierten Bezalel Academy of the Arts and Design in Jerusalem studiert. 2014 machte die National Aeronautics and Space Administration (NASA) Gever das Angebot, der erste Künstler zu sein, der Kunst im Weltraum schafft. Die U.S. Space Agency hat einen neuen 3D-Drucker entwickelt, der bei Schwerelosigkeit arbeitet und im Oktober 2014 zur Internationalen Raumstation geschickt wurde. Gevers Kunst im All wurde auf der Internationalen Raumstation und im September 2015 enthüllt. Gever wird mit seinem Projection Mapping Cleansing [Reinigen] die Fassade des Karlsruher Schlosses fluten. Das Schloss versinkt unter gewaltigen Wassermassen und wird sprichwörtlich von den Fluten davongespült. (Foto: Eyal Gever, 2016)

SCHLOSSLICHTSPIELE 2017

ALS EINZIGARTIGE KULISSE FÜR IHR SOMMEREVENT

Zum dritten Mal wird das Karlsruher Schloss bei den Schlosslichtspielen 2017 in einzigartiger Weise erstrahlen und die Barock-Fassade zur wohl größten Leinwand Deutschlands – zur Kulisse für Ihre Veranstaltungen. Denn auch 2017 kann das Event-Areal im östlichen Najadenwäldchen von Unternehmen und Privatpersonen gebucht werden um Firmenjubiläen, Business- oder Networkveranstaltungen sowie Empfänge zu veranstalten. Das Spezialisten-Team der KARLSRUHE EVENT GmbH bietet hier je nach Wünschen ein maßgeschneidertes Konzept. Das vielfältige Angebot reicht dabei vom Sektempfang über Flying Buffet bis hin zu einem stilvollen Abend mit kulturellem Rahmenprogramm.
http://www.schlosslichtspiele.info/

 

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SpencerChalkLevy

KlimtVilla

Klimt Villa
GUSTAV KLIMT 155 – BIRTHDAY PARTY
Gustav Klimts 155th anniversary
15.July 2017 | 10 -19 pm
Feldmühlgasse 11 – 1130 Wien
 
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Klimt Villa Wien
Spencer Chalk-Levy – Consumption and Lace
Exhibition: 15.7.- 31.7. 2017
Feldmühlgasse 1130 Wien
spenklimt3
Spencer Chalk-Levy Consumption and Lace
Anlässlich des 155. Geburtstages von Gustav Klimt kooperiert die Klimt Villa Wien erstmals mit ARCC.art zur Förderung und Sichtbarmachung junger, hochtalentierter Künstler und Künstlerinnen. Für diese Kooperation ausgewählt wurde Spencer Chalk-Levy, dessen Arbeiten ein außergewöhnlich hohes Potential haben. Für zwei Wochen ist die Ausstellung “Consumption and Lace” in der Klimt Villa zu besuchen.
 
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Der New Yorker Künstler Spencer Chalk-Levy ist ein scharfer Beobachter. Inspiriert von Menschen, Kulturen und Farben kreiert er eine einzigartige visuelle Sprache. In den teils grotesken, cartoonesken Szenerien steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Seine Figuren reduziert er auf das Wesentliche.
 
Mit wenigen Strichen und einer ganz spezifischen, oft monochromen Farbgebung formen sich Persönlichkeiten, teils dem eigenen Leben entnommen, teils der Geschichte. Angesichts Chalk-Levys Arbeiten werden BetrachterInnen zu VoyeurInnen und GeschichtenerzählerInnen und erhalten einen flüchtigen, schnappschussartigen Einblick in die Abgründe des menschlichen Daseins.

Spencer Chalk-Levy was born and raised in New York City and graduated in 2008 with a Bachelor in Fine Art from the School of Visual Arts in Manhattan. He currently works in Vienna and New York.
In his work he confronts the role of beauty and the grotesque as an aesthetic category, while using it as a vehicle for exploring subtler themes, such as mortality and conventional ideas of society.
The inspiration for his playful and bizarre figures, often presented in dramatic narratives, are mainly drawn from real life observations, following the inspirational sources of artists he admires most. Notably from 2012-2014, he worked as a bartender in one of Berlin’s upscale Gentlemen’s clubs/Brothel to follow in the footsteps of both Egon Schiele and Toulouse Lautrec. He wanted to capture and live amongst modern day versions of the prostitutes, Schiele and Lautrec obsessed over.
With an acute sensitivity, he taps into to traditional techniques and the pictorial language of historical art genres, while injecting contemporary elements through blending it with the colorful and detailed aesthetic, descended from book and fashion illustrations. The emotional resonance of his staged scenes and characters trigger the viewer to dive into the current state of the narrative, instinctively approaching his/her active powers of the imagination to continue on the sequel of the scenery. Colliding traditional genres, illustration and subject matter, Chalk-Levy has developed a unique style with a distinctive design.
In his recent experiments in the realm of digitally woven tapestries, he explores how his contemporary re-interpretations and the use of advanced production processes, impact their meaning and tradition.

http://www.spencerchalklevy.com/

 

 

 

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fischerspooner

mumok

Mumok
FISCHERSPOONE
SIR
Karola Kraus Direktorin, mumok
Kuratorin Marianne Dobner mumok
Eröffnung / Opening:
Donnerstag, 29. Juni 2017 | 19 Uhr
Lecture des Künstlerduos FISCHERSPOONER
DJ-Set von Wolfram aka Marflow.
Ausstellung: 30. Juni – 29. Oktober 2017
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien

 

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FISCHERSPOONER Apt 3/Casey #5 , 2015
©Yuki James

Als Warren Fischer und Casey Spooner ihr Kunst-, Musik-, und Performanceprojekt FISCHERSPOONER 1998 in New York ins Leben riefen, hatten sie eine Mission: Die zugeknöpfte, elitäre Kunstszene sollte offener und zugänglicher werden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Nach ihren ersten, orgiastisch-opulenten Performances wie etwa im MoMA PS1 waren sie aus der Kunstszene der Stadt nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem Song Emerge landeten Fischerspooner 2002 sogar in der Britischen Top 40-Hitparade und auf der Bühne der Kultsendung Top of the Pops.
Mit Sir präsentieren FISCHERSPOONER ihr queer-lustvolles Universum erstmals im mumok. In einer Rauminstallation empfinden die beiden Künstler das New Yorker Apartment von Casey Spooner nach und werfen damit Fragen der Grenzziehung zwischen privatem und öffentlichem Raum auf. Thematisiert wird das konstante Mitteilungsbedürfnis des eigenen Lebens – ein Phänomen unserer Zeit, das den persönlichen Raum immer mehr zu einem performativen und öffentlichen werden lässt. Bei der Installation handelt es sich um eine künstlerische Fortführung des vierten Albumprojektes von FISCHERSPOONER. Das ebenfalls unter dem Titel Sir veröffentlichte Werk wurde von Michael Stipe (R.E.M.) produziert und thematisiert das Verschwimmen der Grenzen zwischen dem inneren und dem äußeren sozialen Selbst.

 

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FISCHERSPOONER Apt 3/Robert, 2015 ©Yuki James
FISCHERSPOONER präsentieren ihr schillerndes, verspieltes, queer-lustvolles Universum unter dem Titel SIR erstmals in den Räumlichkeiten des mumok. Eine von Yuki James produzierte Fotoserie bildet die Grundlage der eigens für die Ausstellung geschaffenen Rauminstallation. Im Zentrum der Fotoserie stehen neben Casey Spooner diverse Freund_innen, Bekanntschaften, zum Teil anonyme (im Internet rekrutierte) Männer, die sich in Spooners ehemaligem Apartment in New York in unterschiedlichen Charakterinszenierungen ablichten lassen: von Leder-und-Ketten-Bondage bis hin zu betont männlicher Nacktheit reicht die Palette, stets eingefasst in ein häuslich-warmes Interieur, versetzt zugleich mit größtmöglicher, nach außen gerichteter Expressivität. Durch die Nutzung des privaten Ambientes als Bühne der Selbstinszenierung werden Fragen der Grenzziehung zwischen privatem und öffentlichem Raum aufgeworfen. Wo endet das Private? Wo beginnt das Öffentliche? Und in welchen Zwischenräumen agieren wir?
Identitäten werden heutzutage stark über soziale Medien definiert und zugleich privat und öffentlich präsentiert. Die Ausstellung bildet derartige, mit digitalen Technologien und in sozialen Medien kreierte Narrative von Charakteren und menschlichen Beziehungen ab und hinterfragt sie.
Bei der Rauminstallation handelt es sich um eine künstlerische Fortführung des vierten Albumprojektes von FISCHERSPOONER. Das im Herbst 2017 unter dem Titel SIR erscheinende Werk wurde von Michael Stipe (R.E.M.) produziert und thematisiert das Verschwimmen eben erwähnter Grenzen.
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FISCHERSPOONER agieren in den Zwischenräumen von Humor und Ernsthaftigkeit, Popkultur und Kunst, Fiktion und Fakt, Öffentlichkeit und Privatheit. Der „in-between space“, die fortwährende Lücke zwischen allzu eindeutigen Bereichsabgrenzungen, wird von FISCHERSPOONER in einer Art Balanceakt virtuos bespielt – ohne Angst vor dem Absturz, sondern geradewegs auf ihn zusteuernd. „The discovery of this unnamed space“, so Warren Fischer, „felt honest and ecstatic; the world cracked open and an elusive truth was revealed.“
Auf das Debüt von FISCHERSPOONER 1998 im Astor Palace Starbucks, New York folgten Shows im MoMA PS1, eine Aufführung in Rirkrit Tiravanijas Installation Apartment 21 sowie Marathonperformances in den New Yorker Galerien Gavin Brown’s Enterprise (2000) und Deitch Projects (2002).
FISCHERSPOONER veröffentlichten drei Musikalben: #1 (2000), Odyssey (2005) und Entertainment (2009). Das Cover sowie die erste Singleauskopplung des kommenden Albums SIR stellte das Künstlerduo bereits im April 2016 im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am Solomon R. Guggenheim Museum in New York vor. Im September 2016 hielten FISCHERSPOONER eine Lecture am Art Institute of Chicago, die sie anlässlich der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 29. Juni, im mumok kino neu inszenieren.
Ein DJ-Set von Wolfram aka Marflow wird den Eröffnungsabend abrunden

Mumok
FISCHERSPOONE
SIR
Kurator_innen­führung
06. Juli 2017 | 19 Uhr
Kuratorin Marianne Dobner mumok
Ausstellung: 30. Juni – 29. Oktober 2017
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
http://www.mumok.at/

Ausstellung
FISCHERSPOONER
Finnisage: 29. Oktober 2017
30. Juni 2017 – 29. Oktober 2017
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
http://www.mumok.at/

 

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Katalog
FISCHERSPOONE
SIR
Herausgegeben von: Marianne Dobner, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Vorwort von: Karola Kraus
Texte von:
Marianne Dobner, Christian Höller, Michael Stipe, Carl Swanson
Gestaltung: Nicholas Santos
Format: 23,5 x 16,6 cm
Umfang: 120 Seiten
Abbildungen: Zahlreiche Abbildungen
Ausstattung: Broschur mit Laserstanzung und transparentem Schutzumschlag
Sprache: deutsch
ISBN: ISBN 978-3-902947-38-3
Verlag: Verlag der Buchhandlung Walther König Köln 2017
Preis: € 19,80
Zur Ausstellung
FISCHERSPOONER
Sir
30. Juni 2017 – 29. Oktober 2017
https://www.mumok.at/de/fischerspooner-0

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LOOK!

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LOOK!
NEW ACQUISITIONS / NEUERWERBUNGEN

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Gottfried Helnwein Pink Mouse 2, 2008
Öl, Acryl auf Leinwand, Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017

 

 

ALBERTINA Museum
LOOK!
NEW ACQUISITIONS / NEUERWERBUNGEN
Pressekonferenz:
MITTWOCH, 5. JULI 2017 |10 Uhr
 sprechen: PROF. DR. KLAUS ALBRECHT SCHRÖDER
Generaldirektor der Albertina
DR. ANTONIA HOERSCHELMANN
Kuratorin der Ausstellung, Albertina
DR. REGINA DOPPELBAUER
Kuratorin, Albertina
präsentiert das digitale Werkverzeichnis Max Weiler als Zeichner
ELSY LAHNER Kuratorin, Albertina
führt im Anschluss in das Werk von Burhan Doğançay ein
Eröffnung: Opening:   Wed 5. Jul 2017 | 06:30 pm
sprechen:
KLAUS ALBRECHT SCHRÖDER, Generaldirektor der Albertina
ANTONIA HOERSCHELMANN, Kuratorin
Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst & Kultur
Ausstellung: 6. Juli – 8. Oktober 2017
Albertinaplatz 1, Vienna, Austria
 
 
 
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Johannes Deutsch Box F.V, 1993 Foto und Gouache
Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017
Vertretene KünstlerInnen:
Georg Baselitz | Christiane Baumgartner | Herbert Brandl | Sevda Chkoutova | Gunter Damisch | Johannes Deutsch | Jim Dine | Lois Dodd | Burhan Doğançay | Marlene Dumas | Eric Fischl | Sonja Gangl | Franz Gertsch | Michela Ghisetti | Gottfried Helnwein | Jörg Immendorf | Anna Jermolaewa | Donald Judd | Alex Katz | William Kentridge | Anselm Kiefer | Per Kirkeby | Maria Lassnig | Sol Lewitt | Roy Lichtenstein | Ulrike Lienbacher | Robert Longo | Markus Lüpertz | Lotte Lyon | Julie Merehtu | Csaba Nemes | Hermann Nitsch | Sasha Okun | Florentina Pakosta | Pavel Pepperstein |
Helga Philipp | Jack Pierson | Sigmar Polke | Markus Prachensky | Karl Prantl | Judit Reigl | Arnulf Rainer | Hubert Scheibl | Markus Schinwald | Eva Schlegel | Hubert Schmalix | Jean Scully | Richard Serra | Kiki Smith | Rudi Stanzel | Hans Staudacher | Erik van Lieshout | Andy Warhol | Max Weiler | Tom Wesselmann | Nicole Wittenberg | Gerlinde Wurth | Stefan Zsaitsits
Ausstellung: 6. Juli – 8. Oktober 2017
 
 
LOOK!
New Acquisitions / Neuerwerbungen
zeigt die Albertina diesen Sommer nicht nur wesentliche Positionen ihrer hervorragenden Bestände der Kunst nach 1945, sondern präsentiert auch eine Auswahl jüngster Neuerwerbungen auf zwei Ebenen.
Es treten dabei erst kürzlich in die Sammlung aufgenommene Werke arrivierter ProtagonistInnen der unmittelbaren Nachkriegszeit wie Georg Baselitz, Maria Lassnig und Alex Katz mit neuen künstlerischen Positionen zeitgenössischer KünstlerInnen in einen spannenden Dialog.
Erstmals werden Arbeiten von Anna Jermolaewa, Julie Merehtu, Helga Philipp, Markus Schinwald, Nicole Wittenberg, und Stefan Zsaitsits präsentiert, welche die bisherigen Sammlungsschwerpunkte zeitgenössischer Zeichnung und Druckgrafik verstärken.
Seit der Gründung der Albertina im Jahr 1776 stellt das Sammeln zeitgenössischer Kunst eine Kernaufgabe des Museums dar – bis heute stehen Arbeiten auf Papier im Zentrum der Sammlungspolitik. So hat erst jüngst die Albertina umfangreiche Schenkungen mit Werken von Burhan Doğançay und Johannes Deutsch erhalten, die nun erstmals in einer Auswahl präsentiert werden.
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Julie Mehretu Epigraph, Damascus, 2016
Heliogravüre, Zucker-Ausspreng-Aquatinta, Reservage-Aquatinta, Direktätzung auf Hahnemühle Bütten, Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft © The artist & Niels Borch Jensen Editions

ALBERTINA Museum
LOOK!
NEW ACQUISITIONS / NEUERWERBUNGEN
Burhan Doğançay
Pressekonferenz:
MITTWOCH, 5. JULI 2017 | 10 Uhr
sprechen: PROF. DR. KLAUS ALBRECHT SCHRÖDER
Generaldirektor der Albertina
ELSY LAHNER Kuratorin, Albertina
führt im Anschluss in das Werk von Burhan Doğançay ein
Eröffnung: Opening: Wed 5. Jul 2017 | 06:30 pm
sprechen:
KLAUS ALBRECHT SCHRÖDER, Generaldirektor der Albertina
ANTONIA HOERSCHELMANN, Kuratorin
Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst & Kultur
Ausstellung: 6. Juli – 8. Oktober 2017
Albertinaplatz 1, Vienna, Austria
http://www.albertina.at/

 

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Burhan Dogancay Torn Poster, 1975
Collage, Acryl, Gouache auf Papier
Burhan Doğançay
6. Juli – 8. Oktober 2017

Istanbul, Ankara, Paris und New York sind die Städte, die Burhan Doğançay (1929 – 2013) prägen. Damals noch im diplomatischen Dienst tätig, entdeckt er 1963 in New York auf der 86. Straße ein wunderschönes abstraktes Gemälde – eine Hauswand mit abgeblätterten Postern, die eine ganz eigene Poesie entfaltet und die er später malen sollte.

Der türkisch-amerikanische Künstler erlangt mit seinen Urban Walls internationale Bekanntheit. In mehr als 100 Städten fotografiert er dafür weltweit Hauswände und Fassaden und hält sie außerdem in Papierarbeiten fest, für die er die unterschiedlichsten Materialien und Techniken zum Einsatz bringt. Seine Zeichnungen, Gouachen, Collagen und Fumagen geben Hinweisschilder und Nummerierungen an den Wänden wieder, zeigen Ausschnitte von Werbe- und Veranstaltungsplakaten oder Graffitis. Für Doğançay sind sie Spiegel der Gesellschaft, weil sie den jeweiligen Zeitgeist und das aktuelle politische Klima dokumentieren. Ab den 1970er entwickelt er aus diesen Werken seine kalligraphische Serie der abstrakteren Ribbons.

Die Albertina hat 2015 eine großzügige Schenkung von rund 60 Arbeiten auf Papier erhalten, die zwischen 1963 und 2011 entstanden sind. Im Rahmen der Ausstellung LOOK! New Acquisitions / Neuerwerbungen wird eine Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt und ein Katalog präsentiert.

 

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Burhan Dogancay Three Piece Wall,1975
Collage, Gouache auf Karton
Österreichische Privatsammlung, vermittelt durch den Albertina Contemporary Drawing Room © Dogancay Foundation
Albertina, Wien, Österreichische Privatsammlung, vermittelt durch den Albertina Contemporary Drawing Room © Dogancay Foundation
Propter Homines Halle
Ausstellung: 6. Juli -3. September 2017
 
Bastei der Albertina
6. Juli – 8. Oktober 2017

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Auf/Bruch

MdmMonschberg

Museum der Moderne Salzburg
Auf/Bruch. Vier Künstlerinnen im Exil
Vorbesichtigung und Pressegespräch:
Freitag, 30. Juni 2017 | 11 Uhr
Teilnehmerinnen:
Sabine Breitwieser, Direktorin; Christiane Kuhlmann,
Kuratorin Fotografie und Medienkunst am Museum der Moderne Salzburg;
Beatrice von Bormann, Kuratorin, Stedelijk Museum, Amsterdam
Ausstellung: 1. Juli – 29. Oktober 2017
Mönchsberg, Ebene 3
Mönchsberg 32, 5020 Salzburg Austria

 

 

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Grete Stern Sueno N° 2, Buenos Aires, 1949 (Traum Nr. 2)
Silbergelatineabzug auf Barytpapier Fotomontage, Reprint
Museum Folkwang, Essen

 

Das Museum der Moderne Salzburg startet eine Reihe über Künstler_innen mit Exilhintergrund, die wiederentdeckt und neu positioniert werden sollen. Unter dem Titel Auf/Bruch werden in der ersten Ausstellung drei Fotografinnen – Ellen Auerbach, Grete Stern und Elly Niebuhr – sowie die Künstlerin und Pädagogin Friedl Dicker-Brandeis vorgestellt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen Tausende von Kulturschaffenden Deutschland, ab dem „Anschluss“ 1938 auch Österreich. Die unfreiwillige Auswanderung bedeute-te für die Exilant_innen nicht nur Verlust und Isolation, sondern auch die Notwendigkeit, unter völlig neuen Bedingungen zu arbeiten und sich gleichsam neu zu erfinden. Während sich die vier aus jüdischen Familien stammenden Künstlerinnen Ellen Auerbach, Grete Stern, Elly Niebuhr und Friedl Dicker-Brandeis, die alle im Bereich der Gestaltung tätig waren, in ihren jeweiligen Disziplinen professionalisierten, wurden sie durch die Emigration zu beruflichen und persönlichen Neuanfängen gezwungen. Teils durch die Umstände genötigt, teils aus dem Bedürfnis heraus, das Erlebte zu verarbeiten, entwickelten sie im Exil jeweils eine neue künstlerische Sprache.

 

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ringl+pit Ei des Columbus, Berlin, 1930
Silbergelatineabzug auf Barytpapier (Vintage Abzug) Museum Folkwang, Essen

 

„Nach der Auseinandersetzung mit dem Werk von Charlotte Salomon in Leben? Oder Theater? (2015) und der Beschäftigung mit Formen des ästhetischen und politischen Exils in der Ausstellung Anti:modern (2016) rücken wir mit dieser Ausstellungsreihe weitere Künstlerinnen mit Exil-hintergrund in den Fokus“, erläutert Sabine Breitwieser, Direktorin des Museum der Moderne Salzburg. In der Ausstellung sind rund zweihundert Werke zu sehen, die verdeutlichen, wie unterschiedlich der Auf/Bruch ins beziehungsweise im Exil bewältigt wurde. Die ausgestellten Arbeiten umspannen die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu den 1960er-Jahren und dokumentieren somit die Zeitgeschichte mehrerer Jahrzehnte. Die Ausstellung begleitet die vier Frauen gleichsam auf den Stationen ihres Exils und breitet ihre künstlerischen Biografien im Spannungsfeld von Einschrän-kung und Entfaltung, Verlust und Inspiration aus. „Die Ausstellung zeigt exemplarisch, dass sich Exil und Emigration im Werk von Künstler_innen durch Diskontinuität, Verluste, Auf- und Abbrüche und fremdbestimmte Neuanfänge abzeichnen“, so Kuratorin Christiane Kuhlmann. „Ein gutes Beispiel für den Wandel der Bildsprache durch das Exil ist das Werk von Friedl Dicker-Brandeis. Beeinflusst von der Psychoanalytikerin Annie Reich wechselte sie auch das Medium: Auf die Architektur-, Möbel- und Textilentwürfe der 1920er-Jahre folgte jetzt figurative Malerei, in der sich die Exilerfahrung niederschlägt“, erläutert Kuratorin Beatrice von Bormann.

 

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Ellen Auerbach Huejotzingo, Mexiko, um 1956
Dye-Transfer (Vintage Abzug) Museum Folkwang, Essen

 

Grete Stern (1904 Elberfeld, DE – 1999 Buenos Aires, AR) und Ellen Auerbach (1906 Karlsruhe, DE – 2004 New York, NY, US) begannen ihre fotografische Karriere in Berlin. Beide absolvierten nach einem klassischen Kunststudium eine fotografische Ausbildung im Berliner Atelier von Walter Peterhans, der später als erster Professor für Fotografie ans Bauhaus in Weimar berufen wurde. Gemeinsam gründeten die beiden Frauen 1929 das Studio ringl+pit, das sich auf Werbefotografie spezialisierte und trotz der unkonventionellen Bildsprache in diesem Bereich etablierte. 1933 gingen sie ins Exil, Auerbach über Tel Aviv nach New York, Stern zuerst nach London, dann 1936 nach Buenos Aires. Dort waren sie jeweils auf sich allein gestellt und entwickelten neue Arbeitsformen, um zu überleben. Die Bandbreite der gezeigten Arbeiten aus dem Museum Folkwang in Essen reicht von der frühen Werbefotografie über Porträtaufnahmen bis hin zu zwei besonderen Fotoserien: Die von 1948 bis 1952 entstandene Serie der Sueños, Fotomontagen für eine argentinische Frauenzeitschrift, zeugt von Grete Sterns intensiver Beschäftigung mit Ängsten von Frauen und deren gesellschaftlicher Rolle. Ellen Auerbach hingegen setzt sich in ihrer Serie Mexican Churches (1954) mit der Atmosphäre katholischer Kirchen in Mexiko auseinander. Ihr technischer Rückgriff auf die Methode des Carbrodrucks, ein damals bereits veraltetes und handwerklich schwieriges Farbdruckverfahren, lässt die Darstellungen von Christus- und Märtyrerfiguren besonders drastisch erscheinen.

 

 

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Friedl Dicker-Brandeis Verhör II, 1934–1938
Öl auf Leinwand, Jüdisches Museum in Prag Fotoarchiv

 

Friedl Dicker-Brandeis (1898 Wien, AT – 1944 Auschwitz, PL) betrieb nach ihrer vielseitigen Ausbildung, unter anderem in den Werkstätten am Bauhaus in Weimar, ein erfolgreiches Atelier für (Innen-)Architektur in Wien, zeitweise gemeinsam mit dem Architekten Franz Singer. Zahlreiche Entwürfe ihrer innovativen Raumlösungen, wandelbaren Möbel und Textilien sind in der Ausstellung zu sehen. Der Einfluss der reformpädagogischen Bewegung auf ihre Arbeit wird in dem Phantasius-Spielzeugkasten (um 1925) mit hölzernen Einzelteilen zum Zusammensetzen von Tieren erkennbar. Dicker-Brandeis, die 1931 der kommunistischen Partei beigetreten war, wurde 1934 inhaftiert. In den beiden Gemälden Verhör I und Verhör II (1934–1938) verarbeitete sie dieses Erlebnis. Im selben Jahr floh sie nach Prag und wandte sich der realistischen Malerei und dem Kunstunterricht für Kinder zu. Ihre letzten Arbeiten entstanden im Konzentrationslager Theresienstadt. 1944 wurde Dicker-Brandeis nach Auschwitz deportiert und von den Nationalsozialisten ermordet.

 

 

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Elly Niebuhr Spielende Kinder, 1954
Silbergelatineabzug auf Barytpapier, Zeitgenössischer Abzug vom Original-Negativ
Nachlass Elly Niebuhr, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv

 

Die ebenfalls gebürtige Wienerin Elly Niebuhr (1914–2013 Wien, AT) absolvierte eine Lehre als Schnittzeichnerin in einem Miedersalon, studierte Chemie und begann 1936 eine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und im Fotostudio Hella Katz. Ab 1937 entstanden ihre Fotoserien zu sozialen Errungenschaften des Roten Wiens, wie dem Karl-Marx-Hof, dem Familienasyl sowie Einrichtungen für Frauengesundheit, Beratungsstellen und Gebärstationen. 1939 emigrierte sie nach London, 1940 weiter nach New York. Langfristig sah sie als Kommunistin aber keine Chance, sich in Amerika zu etablieren, und kehrte 1947 nach Österreich zurück. Dort konnte sie an ihre Sozialreportagen aus der Zeit vor dem Krieg nicht mehr anknüpfen und entwickelte sich zu einer vielbeschäftigten Modefotografin, die bis in die 1980er-Jahre tätig war.

 

 

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Elly Niebuhr Modeaufnahme von Gerngross
(Fotomodell Elisabeth Fallenberger), Neusiedlersee, 1974
Chromogener Abzug vom Original-Diapositiv Nachlass Elly Niebuhr,
Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv

 

Direktorin: Sabine Breitwieser
Kuratorinnen: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst,  Beatrice von Bormann, Kuratorin, Stedelijk Museum, Amsterdam, mit Barbara Herzog, kuratorische Assistentin

Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg 32
5020 Salzburg, Austria
https://www.museumdermoderne.at

 

 

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KrobathJun17

Krobath

Michael Bauch . Theresa Eipeldauer 
Jugoslav Mitevski . Benjamin Roth
Eröffnung: Dienstag, 06.06.2017 | 19 – 21 Uhr
Opening: Tuesday, 06.06.2017 | 7 – 9 pm
im Kabinett / in the cabinet:
Guido Kucsko
Ausstellung: 07.06. – 29.07. 2017
Eschenbachgasse 9, A-1010 Wien
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Guido Kucsko.
Die Bildwerdung einer Idee.
Guenther Oberhollenzer
Oh, der Einfall war kindisch,
aber göttlich schön!
Friedrich Schiller (aus Don Carlos)
Wie nur soll ich diesen Text beginnen? Ich hoffe, ich habe bald eine treffliche Idee. Einige zusammengeknüllte Zettel liegen schon im Papierkorb. Ideen kann man nicht erzwingen, sie entstehen oft unerwartet, überraschend und besonders gern in Momenten, in denen man natürlich nichts zum Schreiben dabeihat. „Some of the biggest ideas in the world started on a napkin“ steht auf der Verpackung von Papierservietten zu lesen, die ich jüngst geschenkt bekommen habe. Der Bleistift war passenderweise gleich beigelegt. Langsam verstehe ich den Titel der Ausstellung von Guido Kucsko: Wenn endlich eine Idee da ist, dann halte sie fest und sei nett zu ihr. Wer weiß, wie lange es dauert, bis die sprichwörtliche Muse dich wieder küsst. Früher wurde das noch wörtlich genommen. Homer und andere Dichter der Antike hätten sich niemals als Schöpfer oder Eigentümer von Werken empfunden. Sie waren Auserwählte, durch die hindurch göttliche Stimmen sprachen. Das Gottesgnadentum verschwindet über die Jahrhunderte aber immer mehr und Kreativität wird zu einer Fähigkeit, die begabte Menschen untereinander beleben und fördern. Doch damit nicht genug. Spätestens seit Joseph Beuys kann jeder Mensch Künstler sein und aus sich heraus kreativ handeln. Der Mensch der Gegenwart braucht scheinbar keine Musen mehr, er schöpft aus sich selbst, um Großes zu schauen. Das Finden von Ideen und Ausleben der eigenen Kreativität ist in unserer individualisierten wie leistungsorientierten Gesellschaft zu einem wichtigen Teil des Lebens geworden. Ob im Alltag, in der Wissenschaft und Forschung, in der Wirtschaft und Politik, in der Literatur und Kunst:
Ideenreichtum ist heute gefragter denn je.
„Ich hab‘s, ich habe eine Idee!“ Als Kind war er mein Held, der spitzbübische Junge, der mit den Fingern schnipste und dann vor ausgefallenen, aberwitzigen Ideen sprühte. Mit Einfallsreichtum und Kreativität konnte er seinen Vater und dessen Gefolgsmänner
aus manch brenzliger Situation befreien. In der rauen Welt der Wikinger ist der scharfe Verstand eines kleinen Jungen der körperlichen Kraft der Erwachsenen weit überlegen, so die kindergerechte Botschaft. Unter einer Idee versteht man einen Gedanken, nach dem man handeln kann, oder ein Leitbild, an dem man sich orientiert. Im allgemeinen, alltäglichen Sprachgebrauch ist mit der Idee ein neuer und origineller, ein geistreicher oder auch witziger Gedanke gemeint, den man gerne auch umsetzen möchte. Eine zündende Idee haben oder gleich mehrere, das ist das kostbare Kapital des Künstlers.
In der zeitgenössischen Kunst kann dabei sogar eine bloße Idee zum Kunstwerk werden. Die handwerkliche Umsetzung ist für die Bedeutung und Qualität einer Arbeit nicht (mehr) entscheidend. Der deutsche Künstler Martin Kippenberger hatte etwa eine Idee zu einer Werkserie, ihre Umsetzung überließ er aber einem kommerziellen Plakatmaler (Lieber Maler male mir, 1981). Kippenberger hinterfragt so ironisch die Rolle des Künstlers und das Konzept der Autorenschaft.
Guido Kucsko geht noch einen Schritt weiter. Die Idee der Idee wird selbst zur Kunst. Kucsko interessiert sich für den geistigen Prozess, der zu ihr führen kann, das Grübeln und Abwiegen, das Entdecken und wieder Verwerfen. Sie, die Ideen, erscheinen als monochrome schwarze Flächen aus Aluminium, montiert auf einem rosafarbigen Untergrund. Der Idealfall ist ein glatt gestrichenes Rechteck (Ideal idea), meist aber sind die Ideen unförmig oder zerknittert, eingerissen oder fragmentiert (Upcoming idea, Not yet fully unfolded idea, Discarded idea). In Blockbuchstaben oder per Handschrift ergänzt Kucsko knappe Beschreibungen und Kommentare. Das Ringen um den kreativen Moment und schöpferischen Akt wird zu Materie und Form. Die Bildsprache ist klar und stringent umgesetzt aber nicht ohne ein Augenzwinkern. „Sei nett zu deinen Ideen“, fordert Kucsko gegenüber der entstehenden, der idealen, der wieder verworfenen Idee, und man glaubt zu erkennen, dass hier jemand genau weiß, wovon er spricht. Die Arbeiten erinnern mich an Federico Fellinis Film Otto e mezzo (1963), in dem Marcello Mastroianni als Alter Ego Fellinis einen Regisseur mimt, der sich in einer tiefen Schaffenskrise beendet – so wie Fellini selbst zu jener Zeit. Der Film gilt als die beste Arbeit des Regisseurs. Auch Kucsko macht das künstlerische Schauen zum Thema seiner Kunst, das Zweifeln und Ringen um einen guten Einfall, aber in der Folge auch die Wünsche und Erwartungen, die damit verbunden werden. Ironisch wie kritisch reflektiert der Künstler das, was danach kommt: Ist die Idee erst einmal in der Welt, was passiert dann mit ihr? Kann sie sich gut entwickeln und hat Potenzial oder bleibt sie ein Strohfeuer? Kann man mit ihr reich und berühmt werden? Ist sie einmalig und muss sie urheberrechtlich geschützt werden?
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Homer hat sich über all das vermutlich kaum Gedanken gemacht. Doch heute sind Ideen das immaterielle Kapital des kreativen Menschen, als Quell der künstlerischen Produktion oder Rohstoff der wissenschaftlichen Forschung ein persönliches wie
schützenswertes Gut. „Ideen sind ja nur das einzig wahrhaft Bleibende im Leben“, schreibt schon Wilhelm Freiherr von Humboldt. „Sie sind im eigentlichen Verstande das, was den denkenden Menschen ernsthaft und dauernd zu beschäftigen verdient.“ Wie
lohnend und inspiriert es sein kann, sich ihnen als gedankliches Prinzip zu nähern, stellt Guido Kucsko mit seinen Werken eindrucksvoll unter Beweis.
Michael Bauch . Theresa Eipeldauer . Jugoslav Mitevski . Benjamin Roth
Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Krobath untersucht Malerei als primäres Medium künstlerischen Ausdrucks aufgrund ihrer Beschaffenheit und den unterschiedlichen Materialien, Schichten und strukturellen Ebenen, die ihr zugrunde liegen. Die KünstlerInnen Michael Bauch, Theresa Eipeldauer, Jugoslav Mitevski und Benjamin Roth verpflichten sich einer minimalistischen Formensprache, die eine Ästhetik der Abstraktion einfordert, jedoch nicht nur auf die Sichtbarkeit der malerischen Geste rekurriert, sondern auf die Beschaffenheit des Tafelbildes als dreidimensionales Objekt. Die seit mehr als hundert Jahren andauernde Beschäftigung mit einer reduzierten Farbenund Formensprache findet bei allen KünstlerInnen ihre Fortführung und wird in unterschiedlicher Art und Weise auf das Moment der Textur im Bildraum, aber auch außerhalb der malerischen Oberfläche erweitert. Die Ausdehnung der Leinwand auf das Trägermaterial, die Beschaffenheit des Rahmens etc. führen zu einer objekthaften Form, das auf ihre künstlerischen Grundparameter überprüft wird. Die ausgestellten Bilder untersuchen somit die ontologische Existenz der Malerei, die oftmals der Realität des Sichtbaren untergeordnet wird. In einer durchmischten Zusammenschau bilden die gezeigten Werke einen Überblick über die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Dispositiv der Malerei jenseits einer figurativen und darstellenden Komponente. Das
Interesse der vertretenen KünstlerInnen liegt auf den Texturen, die die grundlegende Beschaffenheit jedes malerischen Ergebnisses bedingen. Wie kann der malerische Prozess selbst sichtbar gemacht werden und wo lässt sich sein ontologischer Ursprung verorten? Hierbei handelt es weniger um die direkte Beziehung zwischen KünstlerIn
und Kunstwerk, wie sie Martin Heidegger in seinem Aufsatz „Der Ursprung des Kunstwerks“ definiert, sondern um die malerische Geste als Artikulation künstlerischer Praxis.
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Michael Bauchs Umgang mit den Elementen Form und Farbe fokussiert auf die Repetition einer spezifischen Form im Bild als auch über mehrere Bilder, die mit farblich wechselnden Hintergründen die reduzierten Möglichkeiten geometrischer Abstraktion vor Augen führt. Hierbei stellt sich die Frage nach einer exponentiellen Vervielfältigbarkeit aber auch nach jener konzeptuell spezifischen Strategie, die der Künstler hier ins Treffen führt.
Theresa Eipeldauers strenge, grafisch multiplizierte Bild- und Raumanordnungen, die in pastellen, farblich schwer zuordenbaren Formatierungen ins Bild treten, evozieren einen Übergang von bildnerischen in räumliche Dimensionen, die jedoch weder zwei- noch dreidimensional zu verorten sind. Damit bricht die Künstlerin mit der Illusion, dass Malerei einen tatsächlichen Realitätstransfer bewältigen könne. Optische Replikation und Mimesis stehen im Dialog.
Jugoslav Mitevski lotet in seinen Arbeiten die Bedingungen von Schattierungen, Schraffierungen und geometrischen Platzierungen innerhalb einer grau dominierten Oberflächlichkeit aus. Die Verdichtung der Linienführung einerseits sowie die minimale Ausdehnung von Farbe (blau) auf eine monochrome Grundfläche (grau) halten eine Balance innerhalb des zu kippen drohenden Bildraumes, der stets von seinen Rahmenbedingungen im Zaum gehalten wird.
Benjamin Roth fokussiert auf den Rahmen als Bedingung zur Stützung malerischer Oberfläche. In den gezeigten Arbeiten wird der Rahmen visuell in unterschiedlicher Weise thematisiert, wobei das Bildinnere entweder in den Hintergrund rückt oder durch leichte geometrische Andeutungen sichtbar gemacht wird. Die Oberfläche des Bildes verschwindet folglich im Prozess der Bildwerdung ihrer eigenen Realität.
Text: Walter Seidl
Michael Bauch, *Hamburg 1951, lebt und arbeitet in Hamburg.
Theresa Eipeldauer, * Wien 1985, lebt und arbeitet in Wien.
Jugoslav Mitevski, * Backenheim 1978, lebt und arbeitet in Berlin.
Benjamin Roth, * Amsterdam 1975, lebt und arbeitet in Amsterdam.
Dank an:
Galerie Karin Günther, Hamburg.
Galerie Onrust, Amsterdam.
Galerie Petra Rinck, Düsseldorf.
Jugoslav Mitevski . Theresa Eipeldauer @ Krobath Wien. Exhibition view
Benjamin Roth . Michael Bauch @ Krobath Wien . Exhibition view
Guido Kucsko @ Krobath Wien  Exhibition view
Foto: Rudolf Strobl
Krobath
Eschenbachgasse 9, A-1010 Wien

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ALBERTOBIASI

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TORNABUONI ART LONDON
ALBERTO BIASI
PRIVATE VIEW: Opening:
MONDAY, 26 JUNE 2017 | 6 – 8 pm
Exhibition: 27 JUNE – 15 SEPTEMBER 2017
46 Albemarle Street, W1S 4JN London
The role of art is to go beyond what is actually visible and show what is hidden.
Alberto Biasi, 2015
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Tornabuoni Art London presents the work of Italian kinetic artist Alberto Biasi (b. 1937). Focused primarily on his iconic Rilievi Ottico-Dinamici (optical dynamic reliefs), the exhibition also features works from Biasi’s early period working with the Gruppo N and extends all the way to his more recent production.
 
Born in Padua in 1937, Alberto Biasi is one of the foremost of kinetic artists in Italy, as well as a co-founder of the Gruppo N, which included Ennio Chiggo, Toni Costa, Edoardo Landi and Alfredo Massironi. The optical-dynamic experiments that the group realised between its creation in 1959 and dissolution in 1967 led to Biasi being exhibited alongside Enrico Castellani and the Nove Tendencije movement in Zagreb.
 
Biasi’s inclusion in the groundbreaking exhibition in Zagreb established him as one of the leaders of the Arte Programmata (‘Programmed Art’) movement that advocated the creation of mathematical rules to predetermine the creation of the artworks, while offering possibilities of variations in the artwork’s colour, size and shape. His method of Arte Programmata and its variations can be seen in the serialised installation at Tornabuoni Art.
 
Opening the exhibition are historic works, including one example of Biasi’s first series entitled Trame (wefts), which was composed of cotton gauze, metal wire and perforated cardboard overlaid to create wefts through which light filters in a constellation-like effect that changes in relation to the viewer. Taking this relationship between the artwork and the spectator even further, Biasi started making his Oggetti Ottico-Dinamici (optical dynamic objects) in the early 1960s – thin strips of PVC radiating from a central point and twisting equidistantly towards a geometric wooden frame. As the suspended object oscillates and the spectator moves around it, the immobile strips become animated with morphing geometric shapes. Thus the artist elaborated the concept he called ‘virtual kineticism’, where the movement is an optical illusion created in the viewer’s mind and which Biasi explored further with the Rilievi Ottico-Dinamici, that constitute the core of the current exhibition: in these works the PVC strips are attached over a painted and later even patterned and printed surface to create ever-more intriguing shapes.
 
As well as 12 exhibitions with the Gruppo N, including The Responsive Eye at the MoMA in New York and numerous solo shows, Biasi’s work has been presented at the Venice Biennale, the Sao Paulo Art Biennial, the Rome Quadriennale and most recently in the AZIMUT/H Continuità e nuovo exhibition at the Peggy Guggenheim Collection in 2014.
 
 
TORNABUONI
Founded in Florence in 1981 by Roberto Casamonti, in the street that gave the gallery its name, Tornabuoni opened other exhibition spaces in Crans-Montana in 1993, Milan in 1995, Forte Dei Marmi in 2004, Paris in 2009 and London in 2015. Specialising in Post-War Italian art, the gallery presents the work of artists such as Fontana, Burri, Castellani, Bonalumi, Boetti, Scheggi and Manzoni. Tornabuoni also has a permanent collection of significant works by major Italian artists of the Novecento, such as de Chirico, Morandi, Balla and Severini, as well as International 20th century avant-garde masters, such as Picasso, Mirò, Kandinsky, Hartung, Poliakoff, Dubuffet, Lam, Matta, Christo, Wesselmann, Warhol and Basquiat. Complementing its focus on Italian art, the Tornabuoni collection also features the work of young contemporary artists such as the Italian artist Francesca Pasquali and the Italy-based Armenian artist Mikayel Ohanjanyan, who won the Golden Lion at the 2015 Venice Biennale and whose work is currently on show at Yorkshire Sculpture Park in 2017.
Tornabuoni participates in major international art fairs such as the FIAC in Paris, TEFAF in Maastricht, Art Basel, Art Basel Miami Beach, Art Basel Hong Kong, Artefiera in Bologna, Miart in Milan, Frieze Masters in London, Artgeneve in Geneva and Artmonte-carlo in Monaco.
The gallery also works closely with museums and institutions. With its experience and knowledge of the work of the artists it represents, the gallery has also established itself as an advisor for both private and public collections.
 

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