Alfredo BarsugliaFBK

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WUK – Kunstzelle im WUK Hof
Alfredo Barsuglia: INSTALLATION
FBK – Freie Badekultur
21.06.2017 | 19 – 23:59Uhr
Die Arbeit FBK entsteht in der Folge von Barsuglias viel
beachtetem Social Pool, 2014 in der südkalifornischen Wüste.
AUSSTELLUNG: 21. Juni – 31. August 2017
Währinger Straße 59, 1090 Wien
http://www.wuk.at/
http://www.alfredobarsuglia.com/portfolio/

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Alfredo Barsuglias Installation FBK – Freie Badekultur ist eine Oase für die heißen Sommermonate. Die Kunstzelle, eine ehemalige Telefonzelle im WUK Hof, wird umgelegt und mit Wasser gefüllt. Das Wasserbecken, das für zwei Personen Platz bietet, ist täglich zwischen 10 und 19 Uhr kostenfrei zugänglich. Das Wasser wird regelmäßig erneuert und Badebekleidung und Handtücher werden zur Verfügung gestellt.

Die Badenden werden zu Akteur/innen und das Wasserbecken zur Bühne. Der aktuelle Körperkult wird dabei genauso hinterfragt wie gesellschaftliche Normen. Es soll ein Diskurs entstehen über die zur Schaustellung des eigenen Körpers, zwischen dem biederen Alltagsleben und dem hedonistischen, virtuellen Selfiekult.

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Wie ist es eigentlich, öffentlich ein Bad zu nehmen?

Posted @ 31.05.2017  By Ursula Winterauer

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Für seine Arbeit FBK – Freie Badekultur legt Alfredo Barsuglia die Kunstzelle, eine ehemalige Telefonzelle im WUK Hof, um und befüllt sie mit Wasser. Von 9 bis 20 Uhr kann täglich darin gebadet werden, Badebekleidung und Handtücher werden zur Verfügung gestellt. Die Badenden werden zu Akteur*innen und das Wasserbecken zur Bühne.
Alfredo Barsuglia im Gespräch über Körperkult, das Hinterfragen von gesellschaftlichen Normen und der hedonistischen Selfie-Kultur.

Vor einigen Jahren hast du mit deiner Arbeit Social Pool, die sich mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen auseinandersetzt, ein Schwimmbecken mitten in die Mojave Wüste gebaut. Du hast auch den Neptun Wasserpreis 2017 dafür erhalten, der die Bedeutung der Ressource Wasser für Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft verdeutlichen soll. Welche Bedeutung hat Wasser für dich und was findest du spannend daran es bei der Umsetzung künstlerischer Projekte einzusetzen?
Pools sind ein Statussymbol und Wasser in vielen Gegenden ein Luxusgut. Sowohl bei Social Pool als auch bei FBK ist Wasser nur ein Teilaspekt der künstlerischen Arbeit. Beim einen ging es darum, welche Anstrengungen man gewillt ist auf sich zu nehmen, um ein Luxusgut, wie einen versteckten Pool in der Wüste zu erreichen und beim anderen wird der Pool zur Bühne, die Badenden zu Akteur*innen, die Passanten zu Zuseher*innen.

Du beschäftigst dich in deinen Arbeiten häufig mit Transformation von Räumen. Inwiefern spielt die Transformation bei FBK eine Rolle?
Es stimmt, gerne versuche ich Ausstellungsräume, Orte oder Situationen zu konterkarrieren, Erwartungshaltungen zu brechen. Die Kunstzelle wird auf den ersten Blick nicht wieder zu erkennen sein, da sie umgelegt eine ganz neue, ungewohnte, räumliche Erfahrung darstellen wird. Ihre Form und Funktionalität – die Tür etwa dient tagsüber als Sonnendeck und nachts als versperrbare Abdeckung – bleibt aber erhalten.

Die Arbeit FBK thematisiert die „Selfiekultur“ und soll einen Diskurs über die zur Schaustellung des eigenen Körpers entfachen. Was genau ist die Fragestellung, die dich dabei interessiert?
Die Kunstzelle ist nicht viel größer als eine Badewanne. FBK ist deshalb eher eine Badewanne im öffentlichen Raum als ein Freibad. Badewannen befinden sich gewöhnlich in Badezimmern, die zu den intimeren Wohnräumen zählen. Bei FBK wird der intime Akt des privaten „Entspannungsbads“ öffentlich gezeigt. FBK bietet Platz für maximal zwei Personen. Diese zwei Personen sind nicht zwei von vielen, sondern es sind DIE zwei, die unübersehbar den Pool nützen. Durch die Benützung des Pools verlieren sie temporär ihre Anonymität. Eine erfrischende Abkühlung an heißen Sommertagen wird nicht immer die Hauptmotivation der Badegäste sein, sondern eher, so glaube ich, das Interesse am Gefühl, wie es ist, öffentlich ein Bad zu nehmen: Wer und wie viele Personen sich im Pool „in Szene setzen“ werden, bleibt offen.

Wir leben in einer Zeit eines außergewöhnlichen Körperkults, in der Jugend und körperliche Attraktivität eine große und wichtige Rolle beigemessen wird. Die Digitalisierung erlaubt es uns, Fotos leicht und einfach zu retuschieren oder aus tausenden das „schönste“ auszuwählen und rasch und unkompliziert via sozialer Medien einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei wird eine Realität vor Augen geführt, die es so gar nicht gibt. Normal ist nicht mehr, was der Mehrzahl der Bevölkerung zu Eigen ist – „normal“ entspricht jetzt dem Aussehen der auf dem Cover der jeweiligen Zeitschrift abgebildeten (digital bearbeiteten) Personen. Was unseren modernen Schönheitswahn am meisten von allen seinen Vorgängern unterscheidet, ist die Tatsache, dass Schönheit durch den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt in einem Maße machbar geworden ist, wie das zu keiner Zeit vorher auch nur denkbar gewesen wäre.

 

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In der mit Wasser befüllten Kunstzelle darf dann auch gebadet werden. Wie verhinderst du, dass dies nur zum Unterhaltungsmoment verkommt? Wie sollen die zufälligen Performer*innen angehalten werden über die von dir intendierten Themen zu verhandeln? Oder ist es auch einfach ok Campari Soda im Kunstzellenpool zu schlürfen?
Alles ist erlaubt und alles ist erwünscht. Da nicht nur die Badenden, sondern auch die Passant*innen (zwangshalber) zu den Rezipient*innen zählen, ist das Interpretations- und Erfahrungsspektrum weit gefächert. Jede*r wird sich ihre*seine eigene Meinung bilden und das ist gut. Historische – vom römischen Bad bis zum Wiener Tröpferlbad – soziale, ästhetische, hygienische, kulturelle, religiöse und viele andere Aspekte sollen Teil des Diskurses werden.

Wird es bei der Eröffnung der Kunstzelle ein performatives Element geben? Oder anders gefragt: wirst du selbst in den Pool steigen?
Aber sicher! Bei jedem Wetter.

http://www.alfredobarsuglia.com/portfolio/

 

Die Arbeit FBK entsteht in der Folge von Barsuglias viel beachtetem Social Pool, 2014 in der südkalifornischen Wüste.

Mit freundlicher Unterstützung von Bezirksvertretung Alsergrund

KUNSTZELLE ist ein Projekt im WUK von Christine Baumann.

 

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