JOSEFFLOCH

W&Kgallery

W&K
WIENERROITHER & KOHLBACHER
PALAIS SCHÖNBORN-BATTHYÁNY
JOSEF FLOCH:
WIEN – PARIS – NEW YORK
Presserundgang:
Donnerstag, 14. September 2017 | 10 -11 Uhr
14 Sept. 2017 | 19 Uhr
Exhibition: 15 Sept. – 6 Nov. 2017
Renngasse 4, 1010 Wien
http://www.w-k.art/

 

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JOSEF FLOCH Wien – Paris – New York
Zwischen 15. September und 06. November zeigt W&K – Wienerroither & Kohlbacher im barocken Palais Schönborn-Batthyány eine umfassende REPTROSPEKTIVE zum OEuvre Josef Flochs, zu der erstmalig über 100 Meisterwerke des 1894 in Wien geborenen Künstlers präsentiert werden. Josef Floch ist bis heute einer der wenigen österreichischen Ausnahmekünstler, der den internationalen Durchbruch schaffte und sich noch zu Lebzeiten erfolgreich zwischen den Kunstmetropolen Paris und New York bewegte.
Mit Unterstützung des Belvedere, des Leopold Museum und zahlreichen nationalen wie internationalen, privaten Leihgebern wurde eine Ausstellung kuratiert, die als erste große Retrospektive für das Werk Josef Flochs verstanden werden kann. Initiator und Gastgeber dieser besonderen Schau sind die Galerie W&K -Wienerroither & Kohlbacher und Karl Pallauf, Verfasser des Werkverzeichnisses.
Drei große Werkgruppen: Wien – Paris – New York
Im Rahmen der Retrospektive werden die drei bedeutendsten Schaffensphasen Josef Flochs beleuchtet. Beginnend mit den in satten Farben expressiv gemalten Bildern der frühen 1920er Jahre in Wien, über die Hauptwerke der 1920er und 1930er Jahre, die in Paris entstanden, bis hin zu den späteren Terras-sen-, Atelier- und New Yorker Stadtmotiven, aus der Zeit nach seiner Emigration in die USA im Jahre 1941.

Schwerpunkt des Ausstellungsprogrammes liegt auf der Pariser Schaffensphase Flochs. In Paris verkehrte er im illustren Kreis der Galeristin Berthe Weill. Mit Jacques Lipchitz, Chana Orloff und Balthus verband ihn eine enge Freundschaft, seine Werke wurden im Salon d’Automne und im Salon des Tuileries mehrfach ausgestellt. Germain Bazin, einflussreicher französische Kunsthistoriker und Direktor des Louvre, würdigte Josef Floch sogar in seinem bedeutenden Standardwerk über die Moderne Kunst als einen der wichtigsten Vertreter für den Neohumanismus.
In der rd. 250 Seiten umfassenden Monographie, die anlässlich der Ausstellung im September 2017 veröffentlicht wird, gibt es einen wesentlichen Beitrag vom französischen Kunsthistoriker Serge Lemoine, Professor Emeritus der Sorbonne. Der Katalog erscheint in deutscher, englischer und französischer Sprache.
Filmisches Portrait
Begleitend dazu entsteht für ORF III ein filmisches Portrait Josef Flochs, das den unterschiedlichen Stationen im Leben Josef Flochs nachspürt, die Erinnerungen seiner noch lebenden Tochter, Jenny Floch, dokumentiert und verschiedene Sammler, u.a. André Heller, zu ihrer Wertschätzung des Malers interviewt.

 

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Bedeutung Josef Flochs
Josef Floch wurde als Kind einer jüdischen Familie 1894 in Wien geboren und studierte zwischen 1913 und 1918 an der Wiener Kunst Akademie. Beeinflusst von Paul Cézanne und Vincent Van Gogh begann Josef Floch zunächst als Expressionist. Internationale Bedeutung erlangte er später als einer der wichtigsten Vertreter des Neohumanismus. Der Ausdruck von Isolation und unerfüllter Hoffnung, eine geheimnisvolle Geometrie und Schroffheit seiner Kompositionen im Kontrast zu angeborener Zärtlichkeit und Feingefühl geben Flochs Werken eine unvergleichliche Aura.

Bedeutende Galerien wie Berth Weill stellten ihn aus, maßgebliche Kunsthistoriker wie Julius Held, Jean Cassou (Musee National d’Art Moderne), Germain Bazin (Louvre) und Maximilien Gauthier schrieben über ihn. Namhafte Museen wie das Jeu de Paume und das Musee National d’Art Moderne in Paris, aber auch Sammlungen wie jene des Metropolitan Museum of Art und des Whitney Museum of American Art kauften seine Werke und präsentieren diese regelmäßig.
Zu seinen Auszeichnungen und Preisen zählen u.a. die Goldmedaille bei der Weltfachausstellung Paris 1937. Nachdem Floch 1956 das Kreuz der französischen Ehrenlegion erhielt, wurde ihm 1963 als ersten amerikanischem Künstler von der französischen Republik die Auszeichnung ‘Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres’ verliehen. 1972 veranstaltet zudem die Österreichische Galerie eine vielbeachtete Retrospektive.
Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft
Im Sinne des kulturellen Austauschs zwischen Österreich, Frankeich und den USA sowie aufgrund der internationalen Bedeutung Josef Flochs werden zur Vernissage am 14. September Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Politik sowie Gesandte der französischen und amerikanischen Botschaft in Wien erwartet.

 

 

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mahnmal-aspangbahnhof

KOER13.51.09

KÖR Kunst im öffentlichen Raum
PRINZpod
MAHNMAL ASPANGBAHNHOF
Permanente Installation im Leon-Zelman-Park,1030 Wien
Eröffnung:
Donnerstag, 7. September 2017 | 12 Uhr

Sog nischt kejnmol as du gejst dem letstn weg,
Roman Grinberg interpretiert das vertonte Gedicht von Hirsch Glick

Kaddisch, Paul Chaim Eisenberg, Oberrabbiner
Leon-Zelman-Park, 1030 Wien
Erreichbarkeit: Straßenbahn 71 bis Kleistgasse
http://www.koer.or.at/projekte/mahnmal-aspangbahnhof/

prinzd

 

Vom Aspangbahnhof wurden in den Jahren 1939 und 1941/42 insgesamt 47.035 Jüdinnen und Juden in 47 Transporten in nationalsozialistische Ghettos, Vernichtungslager und Mordstätten deportiert. Nur rund tausend Menschen überlebten. Der Weg in die Vernichtung begann für den Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Opfer des Holocaust mitten in der Stadt.
Die Stadt Wien erinnert mit einem

Mahnmal an die von hier deportierten und ermordeten jüdischen Österreicherinnen und Österreicher.
Das Mahnmal Aspangbahnhof von PRINZpod verweist mit zwei über eine Länge von rund 30 Metern konisch zusammenlaufenden Betonschienen auf die Gleisanlagen des in den 1970er-Jahren abgerissenen Bahnhofs. Die Schienen führen in einen geschlossenen Betonblock, Symbol für den Tod, das Nichts, das Vergessen.

PRINZpod leben und arbeiten seit 1984 als Team in Wien.

Künstler
PRINZpod
Brigitte Prinzgau, *1955, lebt und arbeitet in Wien.
Wolfgang Podgorschek, *1942, lebt und arbeitet in Wien.
prinz-pod.at

Programm:
Samuel Barber, Adagio für Streicher, Interpretation durch das
“Aureum-Saxophon-Quartett” der Universität für Musik
und darstellende Kunst Wien
Martina Taig, Geschäftsführerin KÖR GmbH
Rudolf Zabrana, Bezirksvorsteher-Stellvertreter 3. Bezirk
Heidemarie Uhl, Historikerin,
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Michael Ludwig, Amtsführender Stadtrat für Wohnen,
Wohnbau und Stadterneuerung
Andreas Mailath-Pokorny, Amtsführender Stadtrat für Kultur,
Wissenschaft und Sport
Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin und amtsführende
Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz,
Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung
Sog nischt kejnmol as du gejst dem letstn weg,
Roman Grinberg interpretiert das vertonte Gedicht von Hirsch Glick
Oskar Deutsch,
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
Herbert Schrott, Zeitzeuge
Thomas Drozda,
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien
Kaddisch, Paul Chaim Eisenberg, Oberrabbiner des Bundesverbands
der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs

Die Künstler PRINZpod sind anwesend.

 

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manolo-valdes-2017

DC17
DC Open
Düsseldorf – Cologne
Open Galleries
Friday, 08 September 2017 | 6–10 pm
Saturday, 09 September 2017 | 12–8 pm
Sunday, 10 September 2017 | 12–6 pm

 

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BECK & EGGELING
International Fine Art | Düsseldorf
MANOLO VALDÉS
Vernissage:
8. September 2017 | 18 Uhr
Ausstellung: 9. September – 4. November 2017
Bilker Str. 5 & 4–6, D-40213 Düsseldorf
https://www.beck-eggeling.de

 

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Manolo Valdés, Perfil sobre fondo carmin, Collage und Mischtechnik auf Leinwand,  2016/17, 122 x 93 cm

 

Beck & Eggeling International Fine Art
MANOLO VALDÉS
Eine Einzelausstellung des spanischen Künstlers Manolo Valdés zu präsentieren. Mit Valdés verbindet die Galerie eine lange Zusammenarbeit
und Freundschaft. Im Laufe seiner nunmehr über 50jährigen Karriere wurde
sein Werk mit zahlreichen Ausstellung in namhaften, internationalen Institutionen geehrt.

Manolo Valdés begann seine Karriere 1964 als Teil des Künstlerkollektivs Equipo Chrónica, das Valdés und Rafael Solbes bis zu dessen frühen Tod 1981 bildeten. Seither führt Valdés seine Karriere alleine fort und etablierte eine eigene, ganz unverwechselbare Bildsprache: collagenhafte Wandarbeiten aus Papier, Sackleinen und Farbe, Skulpturen und Grafiken, in denen er sich stets direkt auf kunsthistorische Vorbilder bezieht. Dennoch schafft er es in der Behandlung des Materials und seinem Gespür für Komposition und Effekt jedes Motiv zu seinem eigenen werden zu lassen.

Das profunde Wissen um die Geschichte der Kunst und das Nachdenken über ihre Verbreitung, Vermarktung und dessen Folgen liegt seinem Werk zu Grunde, doch es erschöpft sich darin nicht. Vielmehr bewegt ihn die Frage, was von der Kunst bleibt und die Jahrhunderte überdauern kann. Ihm geht es darum, den Zauber der Kunst zu bewahren: die Schönheit in der Silhouette einer Figur, in Farbe, in Form und Ornament und das Wunder, das im Strich eines Pinsels liegen kann. Jede von Valdés’ Arbeiten sucht immer wieder neu nach der Möglichkeit der sinnlichen Erfahrung und Erfahrbarmachung von Kunst.

 

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Mit Manolo Valdés verbindet die Galerie eine lange Zusammenarbeit und Freundschaft. Im Laufe seiner nunmehr über 50jährigen Karriere wurde sein Werk mit zahlreichen Ausstellung in namhaften, internationalen Institutionen geehrt. Seit den 1990er Jahren tritt er auch verstärkt mit skulpturalen Arbeiten im öffentlichen Raum auf. 2006 ermöglichte Beck & Eggeling im Rahmen der Quadriennale in Düsseldorf den Ankauf einiger Figuren aus der Gruppe Las Meninas durch die Stadt Düsseldorf, die durch eine großzügige Schenkung durch Manolo Valdés und die Galerie heute komplett im Hofgarten zu bewundern ist.

http://www.beck-eggeling.de/de/ausstellungen/manolo-valdes-2017/

 

 

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23. Saisonstart
der Frankfurter Galerien
Freitag, 08. September 2017 | 18-22 Uhr
Samstag, 09. September 2017 | 11-18 Uhr
Sonntag, 10. September 2017 | 11-18 Uhr
08. – 10. September 2017
http://frankfurt-saisonstart.de/
http://frankfurt-saisonstart.de/ausstellungsprogramm/

 

FrankfurterGalerienSaisonstart2017b

Galerien Frankfurt
Guided Tours – Saisonstart Frankfurt
Samstag, 9. September 2017 | 13- 17 Uhr
Sonntag, 10. September 2017 | 13- 17 Uhr
c/o KunstRaum, Bernusstraße 18,
60487 Frankfurt am Main
http://www.galerien-frankfurt.de/startseite/

 

Guided Tours in English – free of charge, no registration needed

9. September – 10. September

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WEST
Time: 1 PM (20 min), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: Kunstraum Bernusstraße

Time: 3 PM (20 min.), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: DIE GALERIE

Time: 3.30 PM (20 min.), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: Galerie Barbara von Stechow

Time: 5 PM (20 min), Saturday
Tour/Meeting Point: Frankfurter Westend Galerie

Time: 5 PM (20 min), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: ALP Galleries Frankfurt

 

CITY
Time: 3.30 PM (60 min), Sat/Sun
Tour: Japan Art – Galerie Friedrich Müller, L.A. Galerie – Lothar Albrecht, Galerie Hanna Bekker vom Rath
Meeting Point: Japan Art – Galerie Friedrich Müller

Time: 4 PM (120 min), Saturday
Tour: Galerie Maurer, 1822-Forum, Galerie Jörg Schuhmacher, Galerie Hermann-Simsch, Galerie Leuenroth, Galerie Tristan Lorenz, Galerie Rothamel, galerie . mühlfeld + stohrer, CHRISTEL WAGNER, Galerie Greulich
Meeting Point: Galerie Maurer

 

NORTH/EAST END
Time: 2 PM (20 min), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: Galerie Heike Strelow

CENTRAL STATION DISTRICT
Time: 12 AM (20 min), Sat/Sun
Tour/Meeting Point: RUNDGÆNGER

Time: 2 PM (90 min), Sat/Sun
Tour: Kim Behm, Weißfrauen Diakoniekirche, RUNDGÆNGER,
Bernhard Knaus Fine Art, Kai Middendorff Galerie
Meeting Point: Galerie Kim Behm

http://www.galerien-frankfurt.de/saisonstart/

Saisonstart Orte und Ausstellungen

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gesichtsueberwachungsschnecken

KOER13.51.09

KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien
Wiener Linien initiierte
Yves Netzhammer
GESICHTSÜBERWACHUNGSSCHNECKEN
Dienstag, 5. September 2017 | 18.30 Uhr
Es sprechen:
Martina Taig, Geschäftsführung KÖR GmbH
Mirjam Varadinia, Kuratorin Kunsthaus Zürich
Die Künstler sind anwesend.
U1-Station Altes Landgut, 1100 Wien
http://www.koer.or.at/projekte/gesichtsueberwachungsschnecken/

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U1-Station Altes Landgut, 1100 Wien

In allen größeren Städten dieser Erde setzen sich jeweils morgens und abends Pendlerströme in Bewegung, die Tausende von Menschen zur Arbeit und dann wieder nach Hause bringen. Obwohl die Menschendichte zu Stoßzeiten hoch ist, ist die Distanz zwischen den Reisenden groß. Jeder scheint in einer eigenen Welt versunken, sei es in Gedanken bei der Arbeit, der Familie oder durch Smartphone und Kopfhörer von der Umwelt abgekapselt. Auch wenn die Blicke einander streifen, nehmen die Pendler einander kaum wahr. Nur ganz selten schaut man jemandem direkt ins Gesicht und erkennt dann plötzlich und nur punktuell den Menschen in seinem Gegenüber.

Wie ungewohnt und aufrüttelnd ein direkter Augenkontakt in dieser täglichen Routine sein kann, zeigte der tschechische Künstler Jiří Kovanda (* 1953) mit seiner Aktion Untitled (On an escalator … turning around, I look into the eyes of the person standing behind me …) im Jahr 1977. Wie der Titel sagt, bestand die Arbeit darin, dass sich der Künstler auf einer Rolltreppe – übrigens in einer U-Bahn-Station – plötzlich umdrehte und der Person, die hinter ihm stand, in die Augen schaute. Durch diese simple Geste durchbrach der Künstler die Anonymität und Distanz zwischen den Menschen und konfrontierte sein Gegenüber schonungslos mit sich selbst als Mensch und Individuum – ein starkes Zeichen, insbesondere in einer sozialistischen Gesellschaft wie jener Prags in den 1970er-Jahren.

Wir leben inzwischen in einer völlig anderen Gesellschaft, doch auch heute spielt „das ‚Lesen von Gesichtern‘ […] eine zentrale Rolle in der sozialen Kommunikation“(1). Gesichter erzählen Geschichten, und Erlebnisse schreiben sich in das Gesicht ein. Das ist urmenschlich und wird immer so bleiben. Doch der Stellenwert des menschlichen Gesichts bzw. die Art und Weise, wie es gelesen wird, hat sich durch die algorithmisierten Gesichtserkennungsraster, wie sie von Social-Media-Netzwerken und Computerprogrammherstellern verwendet werden, grundlegend verändert. Solche Gesichtserkennungsprogramme sind heute weit verbreitet. Sie helfen zu Hause am Computer, Fotos bestimmten Personen aus unserem Umfeld zuzuordnen. An Flughäfen werden sie zur Grenzkontrolle eingesetzt, und auch im Militär spielen sie eine wichtige Rolle. Schon bald soll es Brillen geben, die unser jeweiliges Gegenüber mithilfe solcher Programme scannen und uns in Sekundenschnelle alles über diese Person verraten können – auch die privatesten Details.

Die Einteilung der Menschen aufgrund ihrer Gesichtsmerkmale ist nichts Neues. Über Jahrhunderte wurde versucht, aus dem physiologischen Äußeren des Körpers, besonders des Gesichts, auf den Charakter, das Temperament und die seelischen Eigenschaften eines Menschen zu schließen – immer wieder mit zweifelhaftem ideologischem Hintergrund.

Yves Netzhammers Arbeit Gesichtsüberwachungsschnecken für die U-Bahn-Station „Altes Landgut“ reflektiert die Geschichte der Physiognomik und Anthropometrie und verbindet diese mit aktuellen Fragen von Überwachung und Kontrolle. U-Bahn-Stationen sind Zonen des Transits, in denen große Menschenmengen zusammenkommen und die dementsprechend überwacht sind. Es sind aber auch Orte „der Begegnung mit Tausenden fremden Gesichtern“(2), wie Yves Netzhammer schreibt. Das gilt besonders für die U-Bahn-Station „Altes Landgut“, die in einem multikulturellen Quartier liegt. Die stilisierten Porträts an den Wänden der U-Bahn-Station sind eine spielerische Hommage an die Vielfalt dieser Menschen. Ausgehend von den Proportionen und Mustern einer Gesichtserkennungssoftware hat Yves Netzhammer verschiedenste Physiognomien gezeichnet und daraus „ein Panoptikum aus stilisierten Gesichtern, angesiedelt zwischen Tier und Mensch, zwischen Frau und Mann, Alt und Jung“(3) entstehen lassen. Es sind humorvolle Darstellungen mit vielen liebevollen Details. Wer genauer hinschaut, merkt, dass die Gesichter nicht einfach aus Punkten und Linien gezeichnet sind. Vielmehr werden Schnecken plötzlich zu Augenbrauen, eine kleine Tierherde formt sich zu einem menschlichen Gebiss, ein Tannenbaum wird zur Nasenfalte. Die Benutzer der U-Bahn-Station werden ihren Spaß daran haben, diese kleinen Feinheiten mit der Zeit zu entdecken.

Das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur sowie die ständige Verwandlung der Elemente sind zentrale Bestandteile von Yves Netzhammers Schaffen. Die Arbeit Gesichtsüberwachungsschnecken führt die Auseinandersetzung mit diesen Fragen weiter, beschreitet auf dem Gebiet der Technik aber neue Wege: Die Zeichnungen wurden mittels Folienschablonentechnik und einem speziellen Interferenzlack (einem sogenannten Flip-Flop-Effektlack) auf den Metallplatten angebracht. Der Flip-Flop-Lack führt dazu, dass die Farbigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln anders wahrgenommen wird. Die „Piktogramme des Alltags“, wie Yves Netzhammer die Zeichnungen nennt, scheinen sich daher beim Vorbeifahren auf der Rolltreppe zu verändern – auch wenn sie fix angebracht sind. Das verstärkt die Idee eines großen Vexierbildes bzw. ständiger Verwandlung.

Text: Mirjam Varadinis

Yves Netzhammer
*1970 in Schaffhausen, lebt und arbeitet in Zürich, Schweiz.

 

U1-Station Altes Landgut, 1100 Wien
http://www.koer.or.at/projekte/gesichtsueberwachungsschnecken/
GESICHTSÜBERWACHUNGSSCHNECKEN sind von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien und von den Wiener Linien initiierte und unterstützte permanente Projekte.

 

 

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michael-kienzerlines-and-double

KOER13.51.09

KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien
Wiener Linien initiierte
Michael Kienzer, LINES AND DOUBLE
Eröffnung
Dienstag, 5. September 2017 | 18.30 Uhr
Es sprechen:
Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung Wiener Linien
Dirck Möllmann, Kurator Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark
Anschließend Fahrt mit der U-Bahn zur U1-Station Altes Landgut
U1-Station Troststraße (Bahnsteig Richtung Oberlaa), 1100 Wien
Erreichbarkeit: ab 3. September regulärer Fahrbetrieb der U1

http://www.koer.or.at/projekte/lines-and-double/

KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien und von den Wiener Linien initiierte
und unterstützte permanente Projekte.

 

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U1-Station Troststraße, 1100 Wien

Für die neu erbaute Station Troststraße der Linie U1 entwickelte Michael Kienzer eine zweiteilige ArbeitSie verbindet einen flächig-linearen und einen dreidimensionalen Ansatz zu einer Gesamtinstallation im Tiefgeschoß des Zugangs in der Klausenburger Straße. Lines and Double ist die erste bildhauerische Intervention im Wiener U-Bahn-Netz, die einen Weg findet, sich trotz aller kontextabhängigen Einschränkungen und Vorschriften von den Wänden zu lösen und eine unmittelbare Auseinandersetzung mit Raum, Fläche und Architektur zu suchen. Der Künstler reagiert auf die Bauelemente der Station mit einer skulptural gefassten Antithese, die der konstruktiven Funktion ein widerstrebendes, doch zugehöriges Passstück, seine formale Dysfunktion, in Wechselwirkung entgegensetzt. Eine Öffnung beginnt bereits im Titel, der mehrdeutig gemeint ist. Lines verweisen zunächst auf zusätzliche zarte und geradlinige Schnitte in die Wandpaneele entlang der Rolltreppen, die unten beginnend bis fast hinauf zum Eingang reichen. Und das zentrale bildhauerische Element Double lässt sich vorläufig auf einen dritten, direkt neben dem dortigen Doppellift neu konstruierten und nicht begehbaren Schacht im Tiefgeschoß beziehen. Beide Titelworte stehen aber auch im Austausch miteinander, denn die Fugen werden durch die Wandzeichnung ebenso aufgegriffen, in diesem Sinne gedoppelt, wie die Linien für die Struktur des dritten blinden Schachts konstitutiv sind. Dieser führt zwar, anders als sein Vorbild, nicht an die Tagesoberfläche, ist aber mit erkennbar baugleichen Materialien wie Stahlträgern in verschiedenen Stärken, Verbindungselementen, Halterungen und Glasscheiben in einer Weise ausgeführt, die dem raschen ersten Blick wie ein chaotischer Stangenwald erscheint. Das Double, nun aufgefasst als Doppelgänger, bildet im Vergleich mit dem benachbarten Doppellift ein gleichwohl eigenständiges ästhetisches System.

In der offenliegenden Wechselwirkung formaler Gegensätze steckt Kienzers konzeptueller Eigensinn. Skulptur wird nicht als ein formidabler Block oder ein dekorativ gestaltetes Werkstück konzipiert. Sie begreift sich vielmehr grundsätzlich als eine Weise, Raum auf der Basis formal eigenständiger Entscheidungen und Materialeigenschaften zu organisieren. Versteht man traditionelle Skulptur als ein stabil in sich begründetes, endogenes Bezugssystem im Unterscheid zur Installation, die variabel, aber schlüssig in ein umgebendes exogenes Bezugssystem eingepasst wird, dann geht Kienzers Auffassung von Skulptur über dieses Gegensatzpaar hinaus. Seine Form- und Materialkonstellationen als Skulptur vernachlässigen weder den räumlichen Kontext noch den Ortsbezug, sind aber genuin von der Werkautonomie und damit zugleich vom eigenen Interesse her gedacht. Skulptur erarbeitet so verstanden einen momentanen, quasi subjektiven, weil interessegeleiteten Zustand physikalischer Kräfte in Material, Ding, Gegenstand und Form. Der Begriff Zustand ist hier im Sinne der spezifischen Qualitäten wie Dichte, Gewicht, Reibung, Auftrieb, Farbe, Transparenz, Opazität etc. zu verstehen, die sich auf geläufige naturwissenschaftliche Tatsachen beziehen.(1) Dieser Zustand in der Gemengelage von Elementen ist kein Anschauungsunterricht für Physik, sondern ein mehrdeutig interpretierbares bildhauerisches Werk. Kienzer widerstrebt mit seiner Kunst immer auch simpler Didaktik oder der Wirkung von Pathos und Erhabenheit. Er schafft konkrete, dabei doppelbödige, humorvolle und widersprüchliche Situationen. Die Befragung des Zusammenspiels substanzieller Eigenschaften, sucht Grenzgänge in den lang beackerten Feldern der Bildhauerei und bringt Ordnungssysteme mit bezwingend lakonischen Lösungen in neue Konstellationen. Seine Skulpturen streifen das Erzählerische einfach ab. Sie sind raumgreifend, manchmal sperrig elegant sowie von unmittelbarer Präsenz in Form und Materialität. Michael Kienzer selbst hat für seine öffentliche Kunst an anderer Stelle auch die Bezeichnung „konkave Skulptur“(2) verwendet, mithin die Vorstellung einer nach innen gewölbten Form, die sich im übertragenen Sinne mit einem Hohlspiegel vergleichen ließe, der einfallendes Licht bündelt, reflektiert und zerdehnt.

Wie findet sich diese komplexe und zugleich auf ein Wesentliches reduzierte Auffassung von Skulptur in einer U-Bahn-Station wieder, deren funktionaler Transitraum Tag für Tag ein hohes Maß an Sicherheit und Regulierung zum störungsfreien Durchfluss gewährleisten muss? Eine Stiege, drei Rolltreppen und zwei Personenaufzüge führen kompakt verbaut aus drei Richtungen hinunter in die Tunnelröhren. Diese Architektur der Mobilität besteht aus beweglichen Elementen, Bewegungsrichtungen und Raumwendungen in Horizontalen, Vertikalen und treppengestuften Diagonalen. Im Tiefgeschoss der U-Bahn-Station antwortet Michael Kienzer auf die gegebene Raumsituation mit einer konstellativen Skulptur, die vorfindliche Elemente in ihre Struktur einbezieht. Neben dem bestehenden Doppellift aus Stahl und Glas konstruiert er aus baugleichen Materialien einen dritten in sich verzerrten Schacht auf asymmetrischem Grundriss. Der Künstler interpretiert die vorhandene Konstruktion als skulpturales Element, das er in eine radikalere Form übersetzt. Zu diesem Zweck wird die Liftkonstruktion untersucht, analysiert und in ihre Einzelelemente zerlegt, in eine neue Struktur eingepasst; ihre Teile werden verschoben, verstellt und in eine verzerrte Kubatur überführt. Mit sichtbarem Bezug auf die Raumdimensionen des bestehenden Liftschachts und seine Materialien erschließen nun mehrere Stahlprofile in chaotisch anmutenden Diagonalverstrebungen einen neuen Hohlraum. Die Gläser, in gleicher Bauart wie der Liftschacht, sind integrativer Bestandteil des Kunstwerks. Sie reichen hoch bis zur Hallendecke, doch anders als die Aufzüge, die durch die Decke zum Tageslicht führen, enden sie dort. Der senkrechte dritte Schacht bleibt hinter Glas verschlossen, wird von oben beleuchtet und ist nicht betretbar.

Kienzers Raumanalyse differenziert Sinn und Bedeutung von Funktionalität mithilfe von Dysfunktion. Seine Dekonstruktion eines architektonischen Gefüges trägt in das Verkehrsgebäude ein Gegenbild als Denkbild der Zeitlichkeit ein – nicht den Verlauf eines Prozesses, wie man in räumlicher Nähe zum Transportsystem U-Bahn annehmen könnte, sondern einen Moment der Bewegung im Stillstand durch Skulptur.

Für den anderen Teil von Lines and Double, die Linien, wurden Wandpaneele im Stiegenhaus und neben den Rolltreppen auf Grundlage einer Zeichnung diagonal zertrennt und passgenau wieder zusammengesetzt. Die so nachträglich entstandenen „künstlichen“ Fugen wurden mit gleichem Dichtungsmaterial ausgekleidet. Ihre Schnitte sind etwas schlanker ausgeführt als die vertikalen Verbindungsfugen und etwas breiter als die horizontalen. Sie erstrecken sich vom Fuß der Rolltreppe in Richtung Ausgang und begleiten die Passanten auf ihrer Rolltreppenfahrt entlang der sparsamen Linien, die wie unabhängige Richtungsvektoren die Wände im Stiegenhaus überziehen. Die erwähnte Bewegung im Stillstand materialisiert sich in der ausstrahlenden Zeichnung der Wandverkleidung. Die neu entstandene zarte Liniengeometrie erweitert das pragmatische Fugenraster der Architektur, ohne es zu verletzen.

Kienzer greift wie immer bei seinen Arbeiten im öffentlichen Raum auf vorhandenes Inventar, Stoffe oder Strukturen des Ortes zurück und verwendet sie, sich Methoden der Verdichtung, Verknüpfung, Balance und Verschiebung bedienend, für sein eigenes Vorhaben. Der künstliche Schacht setzt sich von der funktionalen Ordnung ab und überführt sie in eine skulpturale Form. Dabei sieht und spürt man intuitiv, dass diese Gegenüberstellung keine Wertung beinhaltet, sondern einen konstellativen Umgang mit Material und Architektur aufzeigt. Eine Konstellation meint das vorübergehende Zusammentreffen von Festkörpern zu einem Bild. Kienzers Eingriff in die standardisierte Architektur entwirft in Verbindung mit den umgebenden Funktionselementen Fahrstuhl, Rolltreppe, Stiege, Bahnschacht und Gleiskörper das Bild einer Bewegung im Stillstand. Tag für Tag in steter Wiederholung sickert solch eine Vorstellung bewusst oder unbewusst in die Wahrnehmung ein und begleitet auf dem Weg durch die Station. Hastend zur U-Bahn oder zurück an die Oberfläche, durchqueren Menschen ein Raumbild, in der Regel ohne es zur Kenntnis zu nehmen. Sobald man aber aufmerkt, wirkt die künstlerische Perspektive ansteckend und erschließt den Passanten eine neue Dimension: die Vorstellungskraft in Bewegung. Für winzige Momente im alltäglichen Geschehen löst sich das skulptural-architektonische Raumgefüge Kienzers für aufmerksame Betrachter/innen treppauf, treppab in dynamische Linien- und Richtungswechsel auf, die einen bei genauerem Hinsehen fast schwindeln lassen können.

Zwischen Funktion und Dysfunktion der benachbarten und vergleichbaren Bauformen des dreidimensionalen Schachts ebenso wie auf dem Lineament der Fläche entsteht ein wechselseitiges ästhetisches Spannungsverhältnis, das die Relevanz von Kunst im öffentlichen Raum mit bildhauerischen Mitteln hinterfragt. Lines and Doubledekonstruiert Architektur durch die Konstellation verschiedener Raumelemente zu einem ortskonträren Denkbild der Zeitlichkeit und erweitert so die Möglichkeiten von Kunst im öffentlichen Raum, um über die breit getretenen Wege der Dekoration, Kommunikation, Repräsentation und Irritation hinauszugelangen.

Text: Dirck Möllmann

Künstler
Michael Kienzer

*1962 in Steyr (AT), lebt und arbeitet in Wien.

Dieses Projekt wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs als Siegerprojekt gekürt. Für mehr Informationen folgen Sie diesem Link:

http://www.koer.or.at/projekte/lines-and-double/

 

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brusselsgalleryweekend17

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Brussels Gallery Weekend
Opening night
Thursday 07 Sept 2017 | 5  – 9pm
Public opening:
Friday 08 Sept 2017 | 11am – 7pm
Saturday 09 Sept 2017 | 11am – 7pm
Sunday 10 Sept 2017 | 11am – 7pm  http://brusselsgalleryweekend.com/
artbrusselsshuttle.jpg
Free shuttle service offered by Art Brussels!
Hop On – Hop Off :
1: Rue du Marché aux Porcs 4 Varkensmarkt, 1000
2: Rue de la Régence 67 Regentschapstraat, 1000
3: Rue de la Concorde 35 Eendrachtstraat, 1000
4: Rue de Livourne 35 Livornostraat, 1050
5: Rue Saint-Georges 6 Sint-Jorisstraat, 1050

During the Brussels Gallery Weekend, Art Brussels offers a 4 days shuttle service that brings the art lovers to the gallery door steps.
Visitors can wait for a gallery shuttle at the 5 hop on & off points on the parcours, marked by a Brussels Gallery Weekend beachflag.

 

Two separate circuits, one uptown and one downtown, will operate during the four-day event with the following timetable:
Thursday 7th: 5pm – 9pm
Friday 8th: 2pm – 7pm
Saturday 9th: 11am- 7pm
Sunday 10th: 11am – 7pm

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