Gustav_Peichl

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MAK
MAK-KUNSTBLÄTTERSAAL
GUSTAV PEICHL
15 BAUTEN ZUM 90STEN
Presse: Fr, 16. März 2018 | 10:30 Uhr
Zur Ausstellung
Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor, MAK
Kuratorin  Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung/Archiv
Eröffnung: Di, 20. März 2018 | 19 Uhr
Ausstellung: 21. März – 19. August 2018
Stubenring 5, 1010 Wien
https://www.MAK.at
https://estherartnewsletter.wordpress.com/2018/02/11/gustav_peichl/

 

 

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GUSTAV PEICHL, PORTRÄT 2017 © Paul Schirnhofer

 

 

MAK-KUNSTBLÄTTERSAAL und MAK-Säulenhalle
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
GUSTAV PEICHL
15 BAUTEN ZUM 90STEN
21. März – 19. August 2018

Anlässlich seines 90. Geburtstags widmet das MAK dem österreichischen Architekten Gustav Peichl (geboren am 18. März 1928 in Wien) die PersonaleGUSTAV PEICHL. 15 Bauten zum 90sten. In seinem 50-jährigen Schaffen konnte Peichl, der unter dem Pseudonym Ironimus höchst erfolgreich auch als politischer Karikaturist tätig war, 70 Bauten realisieren. Für die Schau im MAK wählte er 15 Bauten aus, die exemplarisch Einblick in sein umfangreiches Lebenswerk geben. Die Gebäude werden exklusiv für das MAK von der deutschen Künstlerin Pola Sieverding in ihrem heutigen, aktuellen Zustand fotografiert und mit Skizzen, Entwürfen und Plänen aus der MAK-Sammlung kontextualisiert.

Peichl schenkte dem MAK 2013 einen umfassenden Bestand von über 8 000Entwurfszeichnungen, Skizzen, Plänen und Konzepten für seine österreichischen Bauten. Darunter befinden sich Ideenskizzen ebenso wie öffentliche Bauaufträge, städtebauliche Planungen, nicht realisierte Projekte, soziale Wohnbauten und repräsentative Einfamilienhäuser. Die MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung verwahrt zahlreiche Konvolute und (Teil-)Nachlässe namhafter ArchitektInnen, unter anderem auch von Edmund Moiret, Josef Hoffmann, Otto Niedermoser, Otto Prutscher und Anna-Lülja Praun. Zeitgenössische Positionen kamen mit dem Nachlass von Hans Hollein und Vorlass von Gustav Peichl in die Sammlung.

 

 

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 Gustav Peichl, Phosphateliminationsanlage (PEA), farbige Aufsicht des Gesamtgebäudes, Berlin, 1980–1985

 

Im digitalen Zeitalter, in dem meist am Computer geplant wird, postuliert Peichl das Skizzieren als Nachdenken auf dem Papier. Für ihn sind „Bauen und Architektur die Summe aus Form, Funktion, Material, Farbe und Licht. Es gilt nach einer sinnlichen Architektur zu streben, nach einer Architektur unter Bezugnahme auf Eros“. Als Vertreter der klassischen Moderne verfolgt Peichl technische Ästhetik, klassische Proportionen, Witz und Sinnlichkeit – und damit eine unverkennbare, eigenständige Linie.

Die Ausstellung GUSTAV PEICHL. 15 Bauten zum 90sten folgt einer chronologischen Ordnung: vom ersten realisierten Bau, dem gemeinsam mit Wilhelm Hubatsch und Franz Kiener entworfenen Verwaltungsgebäude der NEWAG-NIOGAS (1958–1960), über die legendären ORF-Landesstudios (1970er und 1980er Jahre) bis zur markanten Kindertagesstätte des Deutschen Bundestags an zentraler Stelle im Berliner Regierungsviertel (1998–2002). Die gezeigtenSkizzen, Entwürfe und Einreichpläne werden großteils erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Die Fotografien der Künstlerin Pola Sieverding schaffen ungewohnte Perspektiven und verdeutlichen die starke Materialität und die prägnante Formensprache von Peichls Architektur. Den ursprünglichen, bis zu 60 Jahre alten Ideenskizzen und Bauplänen stehen Bilder von deren Ergebnissen gegenüber, wie sie noch heute Orte, Städte und Umgebungen prägen.

 

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Gustav Peichl, Wilhelm Hubatsch, Franz Kiener, Verwaltungsgebäude der Newag-Niogas, Maria Enzersdorf, 1958–1963 © MAK/Georg Mayer
Bildquelle: MAK

Peichls feines Gespür für Trends kommt unter anderem in seinem Entwurf für die Atriumschule in der Krim in Wien-Döbling (1961–1964) zum Tragen. Weiße Mauern, flache Dächer und offene Glasflächen verleihen dem Bau, der Gemeinschaft und Kommunikation entstehen lässt, einen markanten Charakter. Gesteigert wird dieses Gemeinschaftsgefühl im Konvent der Dominikanerinnen in Wien-Hietzing (1963–1965), wo Peichl kleine Wohngemeinschaften bildete.

Ein Schlüsselwerk in seinem Schaffen ist die eindrucksvoll in die Landschaft integrierte Erdfunkstelle Aflenz in der Steiermark (1976–1979). Peichl gelang die perfekte Symbiose von Architektur und Technik, indem er die hochtechnisierte Anlage unterirdisch baute und grasbewachsene Erdhügel darüberlegte. Vor allem den ORF-Landesstudios verdankt Peichl sein Renommee als Architekt: Alle ORF-Gebäude folgen demselben Prinzip und sind in Form von Kreissegmenten um einen Zentralraum angeordnet.

Auch in Deutschland feierte Peichl große Erfolge: Er gewann im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Berlin den Wettbewerb um die Errichtung der Phosphateliminationsanlage PEA in Berlin-Tegel (1980–1987), plante die Bundeskunsthalle in Bonn (1986–1992) und entwarf den Zubau zum Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main (1987–1990) sowie das Werkraumtheater der Münchner Kammerspiele (1990–1993). Als Leihgaben der Akademie der Künste in Berlin, die seit 2013 rund 3 100 Pläne, Zeichnungen, Skizzen und Modelle zu Peichls Bauprojekten in Deutschland verwahrt, fließen diese Bauten in die MAK-Ausstellung ein. Peichl nahm zweimal an der Architekturbiennale in Venedig und an der documenta in Kassel teil. Er wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Reynolds Memorial Award. Von 1973 bis 1996 unterrichtete er als Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien, von 2002 bis 2003 als Gastprofessor an der Harvard School of Design in Boston.

 

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Bundeskunsthalle Bonn

 

Architektur
Ein Wahrzeichen Bonns
Der markante Bau an der einstigen Diplomatenrennbahn wurde nach Plänen des Wiener Architekten Gustav Peichl errichtet. Es war nicht zuletzt der heitere, poetische Charakter seiner Architektur, der unter den 35 für den Ideenwettbewerb eingereichten Entwürfen den Ausschlag gab.
Im Juryprotokoll aus dem Oktober 1986 heißt es: „Der überarbeitete Entwurf versucht verstärkt, Demokratie in der Mitte Europas sowohl funktionell als auch gestalterisch in den Neubau der Kunsthalle Bonn einzubringen. Abgeschlossene funktionsgerechte Raumentwicklung einerseits und eine durch einen poetischen Charakter versuchte Ausstrahlung nach außen geben dem Bauwerk eine eigenständige Physiognomie. (…) Die aufregenden individuell gestalteten Lichttürme mit Steinverkleidung und Kupferblechabdeckung sollen den kulturellen und künstlerischen Inhalt des Gebäudes signalisieren.“
Die drei markanten, elegant zugespitzten Lichtkegel, die heute in einer leuchtend blauen Majolika-Verkleidung erstrahlen, entwickelten sich von Beginn an nicht nur zum Wahrzeichen des Hauses, sondern auch zu einem Wahrzeichen der Stadt.
Die Architektur bietet ein differenziertes und variables System von kleinen, mittleren und großen Räumen mit insgesamt 5.600 m², die sowohl mit Tages- als auch mit Kunstlicht beleuchtet werden können. Das Raumprogramm lässt jede Form von Ausstellung zu, sei es eine raumgreifende Großausstellung oder eine kleine Kabinettausstellung. Die bepflanzte Dachlandschaft, die fünfte Fassade, wie sie vom Architekten genannt wurde, dient als öffentlicher Raum für Skulpturen- und Gartenausstellungen und erweitert die Ausstellungsfläche um 8.000 m².

http://www.bundeskunsthalle.de/ueber-uns/die-bundeskunsthalle/architektur.html

 

 

MAK
MAK-KUNSTBLÄTTERSAAL
GUSTAV PEICHL
15 BAUTEN ZUM 90STEN
Dialogführungen
mit SchülerInnen und KollegInnen von Gustav Peichl
Di, 10.4.2018 | 18 Uhr
mit Martin Kohlbauer, Architekt
Di, 8.5. 2018 | 18 Uhr
mit August Sarnitz, Architekt
Kuratorin: Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung/Archiv
Ausstellung: 21. März – 19. August 2018
Stubenring 5, 1010 Wien
https://www.MAK.at
https://estherartnewsletter.wordpress.com/2018/02/11/gustav_peichl/

 

http://mak.at/programm/ausstellungen/ausstellungen?event_id=1516070722324&article_id=1515033864875

 

 

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