Das Bewerbungsportal ist geöffnet – European Forum Alpbach

Das Bewerbungsportal ist geöffnet – European Forum Alpbach
— Weiterlesen www.alpbach.org/de/stipendien/

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Club U am Karlsplatz 
Charim Galerie und Galerie Crone
Katalogpräsentation
Robert Muntean – Sonic Wave 
Donnerstag, 21. Februar 2019 | 20 Uhr
ab 21 Uhr: Happy Hour
22 Uhr: Live Act “Puke Puddle” 
invited by Thomas Mießgang 
Karlsplatz Künstlerhauspassage Objekt U26
1010 Vienna, Austria
http://www.charimgalerie.at
http://www.galeriecrone.com/
http://www.club-u.at/index1.htm

Heinz Frank KH_Wien

Kunsthalle Wien Karlsplatz
Heinz Frank. Der Winkel des Endes
kommt immer von hinten
Eröffnung: Opening: Dienstag, 19. Februar 2019 | 19 Uhr

© Foto EstherAttar-Machanek


Das Loch am Ende des Randes
Dienstag, 26. Februar 2019 | 18 – 19 Uhr
Künstlergespräch mit
Heinz Frank & Lucas Gehrmann.
Dienstag, 12. März 2019 2019 | 18 Uhr

Heinz Frank. Der Winkel des Endes kommt immer von hinten


Kuratorenführung mit Lucas Gehrmann.
Dienstag, 9. April 2019 | 18 Uhr
Finissage & Katalogpräsentation.
Sonntag, 12. Mai 2019 | 18 Uhr
Exhibition: Ausstellung: 20/2 – 12/5 2019

Treitlstraße 2, 1040 Wien
http://www.kunsthallewien.at/#/de/ausstellungen/heinz-frank-der-winkel-des-endes-kommt-immer-von-hinten

© Foto EstherAttar-Machanek



Ausgebildet als Elektrotechniker und Architekt, werkt und wirkt Heinz Frank seit den 1970er Jahren als Bildhauer, Zeichner, Maler, Sprach- und Objektkünstler, manchmal auch als Entwerfer von Innenräumen und Einrichtungsgegenständen. Stets ausgehend von aphoristischen Aufzeichnungen wie etwa „Das Loch ist der Inbegriff der Leere“ lässt er in seinen daraus entstehenden Bildern und Gebilden nicht nur Grenzen zwischen Gattungsbegriffen, Techniken und Materialien verfließen. Er hebt auch generell Normen und Konventionen aus den Angeln – oder genauer: Er enthebt sie ihrer Mächtigkeit als Trennungsinstanzen zwischen Vernunft und Emotion. Eine wesentliche Devise von Frank lautet daher: „Gefühltes denken und Gedachtes fühlen“. Angereichert mit einer Prise Ironie rekombinieren seine formalvisuellen, geistigen, materiellen und gerne auch multikulturell gespeisten Balanceakte scheinbar spielerisch gesellschaftlich und traditionell Getrenntes in mannigfaltigen Variationen. Wobei Frank immer auch Architekt bleibt: Das Maß seiner Dinge ist bezüglich ihrer Proportionen und Verhältnisse zum Umraum der Mensch – und damit er selber.
Heinz Frank (*1939 in Wien) studierte 1965 bis 1969 bei E. A. Plischke Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1971 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Kunstinstitutionen und Galerien in Österreich, Deutschland, Belgien, in der Türkei, der Ukraine und in der Schweiz.
Kurator: Lucas Gehrmann



Der Winkel des Endes kommt immer von hinten ist der Titel einer raumgreifenden Installation von Heinz Frank in der Kunsthalle Wien. Präsentiert in dem von Adolf Krischanitz entworfenen, großteils „gläsernen“ Ausstellungsraum am Karlsplatz, versammelt die Ausstellung Werke, die der Künstler ab 1963 geschaffen und seither teilweise erweitert, umgebaut und umbenannt hat. Dem gleichermaßen ortsspezifischen wie retrospektiven Aspekt dieser Installation entspricht auch ihr Titel, der – in der für Frank charakteristischen, poetisch-philosophischen Sprache – auf räumliche wie zeitliche Zusammenhänge verweist.In einem übergeordneten Sinn geht es hier, wie generell in seinem Werk, um das Zusammenwirken von Vernunft und Empfindung, Logik und Irrationalität als den zwei gleichwertigen Polen des Menschlichen. „Gefühltes denken und Gedachtes fühlen“, lautet daher eine seiner Devisen, die auch in Verbindung mit seinem Architekturstudium bei Ernst A. Plischke an der Wiener Akademie in den 1960er Jahren stehen mag: Als Vertreter eines humanen Bauens betrachtete sein Lehrer Architektur stets im Zusammenhang mit den Bedürfnissen ihrer Benützer und des lokalen Kontexts. Franks Kunst erinnert auch insofern an ein architektonisches Vorgehen, als sich bei ihm ein am Anfang gefundener Gedanke seinen Weg nach außen bahnt und schließlich in unterschiedlichen Materialien seine Form gewinnt: Holz, Stein, Gips, Farbe, Ton, Glas, Metall, gefundene Textilien, Drähte, Äste, Kisten, Spiegel oder Teile alter Möbel und Geräte. Solche Dinge und Mittel kombinierend, assemblierend und transformierend, lotet Frank Spannungsfelder wie hart/weich, hell/dunkel, innen/außen, schwer/leicht, Zufall/Absicht, Anfang/Ende aus, die Grauzonen des „Dazwischen“.Was Heinz Frank seit den 1960er Jahren als Bildhauer, Zeichner, Maler, Sprach-, Installations- und Objektkünstler geschaffen hat, gibt sich auszugsweise in der in Werkgruppen inszenierten Ausstellung zu erkennen.

Ein filmisches Haiku über den Künstler Heinz Frank von Ines Mitterer und Walter Reichl, 8‘38‘‘, HD, colour, sound Schnitt: Lukas Böck Produktion und ©: wrfilm e.U., Wien 2019 Postproduktion und Uraufführung in Kooperation mit der Kunsthalle Wien

Kunsthalle Wien Karlsplatz
Franks Feldweg
Ein filmisches Haiku über den Künstler Heinz Frank von Ines Mitterer und Walter Reichl.

Heinz Frank. Der Winkel des Endes
kommt immer von hinten
Filmpräsentation + Künstlergespräch
Di 12/3 2019 | 18 Uhr
von Ines Mitterer und Walter Reichl produzierten
Porträts Franks Feldwegwerden u.a. noch zwei ältere
Dokumentationen und Franks Videoarbeit
Gott der Langeweile, ich komme!
Exhibition: Ausstellung: 20/2 – 12/5 2019
Treitlstraße 2, 1040 Wien
http://www.kunsthallewien.at/#/de/veranstaltungen/heinz-frank
https://www.youtube.com/watch?v=9Y8SvOaK5xo

Dieser Abend gibt einen Einblick in das filmische Schaffen von und über Heinz Frank. Neben der Premiere des von Ines Mitterer und Walter Reichl produzierten Porträts Franks Feldweg werden u.a. noch zwei ältere Dokumentationen und Franks Videoarbeit Gott der Langeweile, ich komme! gezeigt.
Anschließend an die Screenings sprechen Lucas Gehrmann und Heinz Frank über die Werkgenese und ein Leben im Loch ohne Rand.
Filmprogramm
Ines Mitterer & Walter Reichl: Franks Feldweg, 2019
ca. 9 Min., produziert von wrfilm
Dokumentationen von
Fritz Kleibel: Heinz Frank im Kunsthistorischen Museum, in Afrika, im Auto, im Anzug, im Sperl…
Heinz Frank: Gott der Langeweile, ich komme! o.J.
Loop
Der Filmabend und das Gespräch finden in der Kunsthalle Wien Karlsplatz statt.
Eintritt frei!

Führungen
Kuratoren führung
Di 9/4 2019, 18 Uhr
Lucas Gehrmann, Kurator der Ausstellung,
spricht über die künstlerische Praxis von Heinz Frank
und erörtert die Zusammenhänge und Hintergründe der Ausstellung.

Das Loch am Ende des Randes
Di 26/2 & 23/4 2019, 18 Uhr

Der Raum als Haut und Hülle
Di 26/3 & 7/5 2019, 18 Uhr

An vier Dienstagen
Di 26/2, 26/3, 23/4 & 7/5 2019 | 18 – 19 Uhr
stellen die Kunstvermittler Wolfgang Brunner
und Michael Simku die Arbeiten von Heinz Frank
im Gespräch vor und stehen für Ihre Fragen zur Verfügung.

Alle Führungen sind mit gültigem Ausstellungsticket kostenlos!

Finissage & Katalogpräsentation
Am letzten Tag von Der Winkel des Endes
kommt immer von hinten
So 12/5 2019 | 18 Uhr
präsentiert Kurator Lucas Gehrmann gemeinsam
mit dem Künstler Heinz Frank den Katalog zur Ausstellung.

Eintritt frei!

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FRANZ VANA_Gegen den Stand Null

Stadtgemeinde Hartberg

Museum Hartberg
FRANZ VANA – Gegen den Stand Null
Vernissage Donnerstag 28.2.2019 | 19.30 Uhr
Ausstellung: 1.3. – 31.3.2019
Mi – So 10.00 – 16.00 Uhr
Veranstalter: Kulturreferat Hartberg
Stadtgemeinde Hartberg
Hauptplatz 10, A – 8230 Hartberg
https://www.hartberg.at/index.php?seitenId=1012&eventsId=5961

Museum Hartberg
FRANZ VANA – Gegen den Stand Null
1.3. – 31.3.2019

FRANZ VANA wurde in Bad Tatzmannsdorf geboren und studierte an der Hochschule für angewandte Kunst bei Professor Oswald Oberhuber. Er lebt und arbeitet in einer stillgelegten Spiritusfabrik in Rauchwart im Südburgenland.

Vanas umfangreiches Schaffen ist in viele Werkphasen eingeteilt und umfasst Ölbilder, Zeichnungen, Druckgraphik, Objekte und Skulpturen, Textarbeiten und Schriftbilder etc.
Seit vielen Jahren beschäftigt er sich auch mit der Theaterkulissen- und Filmmalerei und ist ein gefragter Maler für Theater, Opern, Musicals und Spielfilme wie z.B. „Der Bockerer“, „Die Fälscher“ oder die Verfilmung von
„La Boheme“.
Seine eigenwillige narrative Formensprache macht ihn zu einem der interessantesten Einzelgänger der österreichischen Kunst seiner Generation.

In-der-spiritusfabrik-die-kunst-leben-franz-vana-der-aussergewoehnliche

FRANZ VANA
Franz Julius Vana
1951 geboren in Bad Tatzmannsdorf, Burgenland,
lebt und arbeitet in Wien und Rauchwart.

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MARK ROTHKO

Kunsthistorisches Museum Wien /Vienna
MARK ROTHKO
PRESSEKONFERENZ: 11. März 2019 | 10 Uhr
ERÖFFNUNG: OPENING:
Montag, 11. März 2019 | 19 Uhr
Monday, 11 March 2019 | 7 p.m.
SPRECHEN/ SPEAKERS: Sabine Haag,
Generaldirektorin des KHM Wien
Christopher Rothko
Kuratorischer Beirat/ Curatorial Adviser
Jasper Sharp, Kurator, Curator
MUSIK/ MUSIC
Markus Hinterhäuser
Intendant Salzburger Festspiele
Artistic Director, Salzburg Festival
Streichquartett, String quartet
Orchester Wiener Akademie
Ausstellung: Exhibition: 12. März – 30. Juni 2019

Kuppelhalle/ Cupola Hall
Gemäldegalerie, 1. Stock
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
https://www.khm.at

Mark Rothko 1957,
Öl auf Leinwand
© 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019
© Foto: Kunstmuseum Basel


MARK ROTHKO
Exhibition: 12. März – 30. Juni 2019 Mark Rothko gehört zu den bedeutendsten Kunstlern des zwanzigsten Jahrhunderts. Zum ersten Mal uberhaupt werden nun seine Werke in Österreich gezeigt. Die Ausstellung bietet einen Überblick über Rothkos gesamtes Schaffen – von seinen figurativen Anfängen in den 1930er Jahren uber die Werke, die er im folgenden Jahrzehnt in seiner sogenannten Übergangsphase schuf, bis zu den revolutionären Bildern aus den 1950er und 1960er Jahren. Kate und Christopher Rothko, die Kinder des Malers, waren von Beginn an in das Projekt eingebunden und haben sich bereit erklärt, eine Reihe bedeutender Werke aus der Familiensammlung fur die Ausstellung zu leihen.
Die Ausstellung wird im Kunsthistorischen Museum Wien gezeigt, in dessen historischen Sammlungen Objekte aus allen Kunstepochen zwischen dem Alten Ägypten und dem Barock versammelt sind, die fünftausend Jahre künstlerisches Schaffen repräsentieren. Dies erlaubt es den AusstellungsbesucherInnen, Rothkos lebenslangem, tiefem Interesse fur die Kunst und Architektur vergangener Jahrhunderte nachzuspuren. Zeit seines Lebens setzte er sich mit dieser Kunst auseinander – seien es seine regelmäßigen Besuche im New Yorker Metropolitan Museum während seiner Studienzeit, seine ersten Begegnungen mit Rembrandt, Vermeer und der klassischen Kunst und Architektur, oder seine Reisen nach Europa, wo er Kirchen, Kapellen und die beruhmten Sammlungen Alter Meister studierte. Er tat dies, wie der Kunstkritiker John Berger schrieb, »auf eine Art und Weise, wie dies kein Kunstler vor ihm je getan hatte «. Als Rothko dann in fortgeschrittenem Alter mit dieser Tradition brach, um zu einer revolutionär neuen kunstlerischen Sprache zu gelangen, war er mit dieser Tradition zutiefst vertraut und voller Respekt für das, was ihm vorausgegangen war. Er war ein ernster, denkender Kunstler und befasste sich mit profunden Themen wie dem Luminösen, Geistigen, Tragischen und Ewigen. Mit schonungsloser Intensität und in vollem Bewusstsein des Risikos, auf das er sich einließ, schuf er eine Form menschlichen Dramas, die nicht aufhört, KunstlerInnen, KuratorInnen und die Allgemeinheit zu inspirieren.

Mark Rothko with No. 7, 1960, photograph attributed to
Regina Bogat, reproduced courtesy of The Estate of Mark Rothko

Mark Rothko was among the most remarkable artists of the twentieth century. This exhibition, the first ever to be mounted in Austria, presents a survey of his artistic career from his early figurative paintings of the 1930s, through the transitional years of the 1940s to the groundbreaking mature works of the 1950s and 60s. The artist’s children, Kate and Christopher have been closely involved in the project from its very beginning, and have themselves kindly lent a number of paintings from the family collection;
major loans have also been secured from the National Gallery of Art, Washington, D.C., the Fondation Beyeler, Riehen, the Jewish Museum, New York, Kunstmuseum Bern and Kunstmuseum Basel.
Presented within the Kunsthistorisches Museum, whose own historical collections trace some five thousand years of human creativity from Ancient Egypt to the Baroque, the exhibition provides a unique opportunity to examine Rothko’s deep and sustained interest in the art of the past.
From his visits as a student to the Metropolitan Museum of Art in New York and his first encounters with Rembrandt, Vermeer and classical art and architecture, to his trips to Europe to see its churches, chapels and Old Master painting collections, Rothko dedicated himself to the study of historical art and architecture. In the words of the critic John Berger, he looked back »in a way such as no painter before had ever done«. When Rothko broke with tradition in the latter part of his life to create a radical
new form of artistic expression, he did so with extensive knowledge and respect for what had come before. He was the most serious of artists, and addressed the most serious of subjects: the sacred, the spiritual, the tragic
and the timeless. With unsparing intensity and a total commitment to risk, he created a form of human drama that continues to move and inspire artists, curators and the general public to this day.

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christian-kosmas-mayer

mumok
museum moderner kunst stiftung ludwig wien
Christian Kosmas Mayer
Aeviternity
Pressekonferenz:
Donnerstag, 21. Februar 2019 | 10 Uhr
Eröffnung: Freitag, 22. Februar 2019 | 19 Uhr
Zur Ausstellung:
Rainer Fuchs Kurator, mumok
Ausstellung: 23. Februar – 16. Juni 2019
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
https://www.mumok.at/de/christian-kosmas-mayer

Christian Kosmas Mayer Versteinerungsquelle 2018

Christian Kosmas Mayer
Aeviternity

23. Februar – 16. Juni 2019
Christian Kosmas Mayers installative und medienübergreifende Arbeiten basieren auf eingehenden historischen und zeitgeschichtlichen Recherchen. Diese dienen einer Neubewertung von Geschichte und Gegenwart, indem sie Evolutionäres und Naturhaftes in einen kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Bezug stellen. Zentrale Bedeutung in seiner Arbeit besitzt die Auseinandersetzung mit Fragen des Archivierens und Konservierens als geschichtlichem, gegenwartsbestimmendem und zukunftsweisendem Handeln.

Ein Ausgangspunkt fur die Konzeption der Ausstellung ist die Architektur des mumok mit ihrer an einen dunklen Felsen oder ein Bergwerk erinnernden Charakteristik, die in der Ausstellung immer wieder anklingt. Augenscheinlich wird dies etwa bei der von Mayer aufgegriffenen wahren Geschichte eines jungen Bergmanns aus Falun (Schweden), der 1670 bei einem Minenunglück verschuttet und dessen Leichnam 1719 in nahezu perfekt konserviertem Zustand wiederaufgefunden wurde. Durch Vitriolwasser all die Jahre vom Zerfall bewahrt, härtete der Leichnam an der Oberfläche in kurzer Zeit aus, als wäre er aus Stein. Eine alte, am Ende ihres Lebens stehende Frau erkannte den versteinerten Unbekannten schließlich als ihren verschollenen Verlobten wieder. Diese Geschichte sprach besonders die Autoren der deutschen Romantik an, die aus ihr eine der bekanntesten Erzählungen ihrer Zeit machten (unter anderem von ETA Hoffmann, Achim v. Arnim, Johann Peter Hebel und Hugo von Hofmannsthal).

Christian Kosmas Mayer Silene 2018

Versteinerung tritt hier als transformatorischer Prozess in Erscheinung, durch den lebendige Materie scheinbar Vergänglichkeit und Vergessen überwindet, paradoxerweise aber um den Preis des Lebens. Seit Urzeiten ist der Mensch von diesem Prozess fasziniert, weshalb auch sogenannte Versteinerungsquellen Orte mit großer Anziehungskraft wurden. Das natürliche Phänomen der Versinterung durch extrem mineralienhaltiges Wasser wurde hier benutzt, um Alltagsobjekte uber Monate oder Jahre hinweg zu versteinern. Die Quellen galten zunächst als magische und verhexte Orte, lösten verschiedenste abergläubische Assoziationen aus und wurden später zu den weltweit ersten Touristenattraktionen für ein sensationsgieriges Publikum im viktorianischen England. Für seine Ausstellung wird Mayer eine kunstliche Versteinerungsquelle im mumok installieren, die eine Reihe an Objekten uber die Ausstellungsdauer hinweg mit einer Steinschicht überziehen wird. Ob die darunterliegenden Objekte dadurch dem Vergessen zugeführt oder doch eher konserviert werden, um von den Archäolog_innen der Zukunft einmal wiederentdeckt werden zu können, wird hier bewusst offengelassen.

2012 fanden russische Wissenschaftler in Sibirien in 40 Metern Tiefe die Samen einer Pflanze, die vor ca. 32.000 Jahren von einem arktischen Eichhörnchen in seinem Erdbau gehortet wurden und seitdem im Permafrostboden uberdauerten. Im Labor gelang es, aus der Plazenta des Samens eine Pflanze wachsen zu lassen. Da sich die heutzutage in der Arktis lebenden Nachfahren dieser Pflanze evolutionär verändert haben, hat man es hier – dem Film Jurassic Park nicht unähnlich – mit der Wiederbelebung eines bereits verloren geglaubten Stucks Eiszeit zu tun. Mayer ist es gelungen diese Pflanze, die nie zuvor das Labor in Moskau verlassen durfte, als lebendigen Teil in seine Ausstellung zu integrieren. In Zeiten des aufgrund der Klimaveränderung
langsam auftauenden Permafrostbodens erscheint sie hier auch als Vorbote zukunftiger Wiederbelebungen, deren Auswirkungen noch völlig unbekannt sind.

Zwischen Natur, Kultur und Wissenschaft entwirft die Ausstellung somit eine dichte Erzählung, die sowohl von der Wandlungsfähigkeit der Dinge in der Zeit, wie auch von der Bruchigkeit unserer Vorstellungen von dieser Welt handeln. Die in der Ausstellung versammelten Objekte und Bilder sind dabei Zeugen eines in Erstarrung verharrenden Zeitflusses, in dem sich die meist schematisch voneinander abgetrennten Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von Vorher und Nachher, von Leben und Tod verflussigen. Dass wir dabei sind, Grenzen auszutesten, die fruher nur imaginiert werden konnten, erweist sich nicht nur als Zeichen des Fortschritts, der Verbesserung und der Vergewisserung, sondern ebenso als Potenzial fur neue Bruche und Ungewissheiten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch mit einem Vorwort von Karola Kraus und Rainer Fuchs sowie Essays von Jenni Nachtigall und Daniel Muzyzcuk.

Kuratiert von Rainer Fuchs

Christian Kosmas Mayer (geb. 1976 in Sigmaringen, D) lebt und arbeitet in Wien.
Mayer studierte an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrucken, an der Akademie der bildenden Künste Wien, sowie an der Glasgow School of Art. Er arbeitet in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Skulptur, Installations- und Videokunst.
Mayer ist seit den 1990er-Jahren auch als Musiker in verschiedenen Bands
aktiv, unter anderem Dreams in Chaos und aktuell Essachai Vow.

http://christiankosmasmayer.tumblr.com/

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pattern-and-decoration

mumok
museum moderner kunst stiftung ludwig wien
Pattern and Decoration. Ornament als Versprechen
Pressekonferenz:
Donnerstag, 21. Februar 2019 | 10 Uhr
Eröffnung: Freitag, 22. Februar 2019 | 19 Uhr
Karola Kraus Generaldirektorin, mumok
Kunstler_innen:
Brad Davis, Frank Faulkner, Tina Girouard, Valerie Jaudon, Joyce Kozloff, Robert Kushner, Thomas Lanigan-Schmidt, Kim MacConnel,
Miriam Schapiro, Kendall Shaw, Ned Smyth, Robert R. Zakanitch und Joe Zucker
Kuratiert von Manuela Ammer, mumok
Ausstellung: 23. Februar – 8. September 2019
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
https://www.mumok.at/de/pattern-and-decoration

Miriam Schapiro Dormer 1979

Pattern and DecorationOrnament als Versprechen Ornament als Versprechen. So könnte das Motto der US-amerikanischen BewegungPattern and Decoration lauten, die sich Mitte der 1970er-Jahre formierte. In Abwandlung der bekannten Maxime von Adolf Loos – „Ornament und Verbrechen“ – führt dieAusstellung die reichen Bestände des Sammlerpaares Peter und Irene Ludwig zurgrößten Präsentation von Pattern and Decoration im deutschsprachigen Raum seitden 1980er-Jahren zusammen. Mit orientalisch anmutenden Mosaiken, monumentalen Textilcollagen, Malereien, Installationen und Performances verfolgten feministischengagierte Künstler_innen wie Miriam Schapiro, Joyce Kozloff, Valerie Jaudon oder Robert Kushner in den 1970er-Jahren das Ziel, Farbe, Formenvielfalt und Emotion indie Kunst zurückzuholen. Das Dekorative und ihm nahe kunsthandwerkliche Techniken spielten dabei eine große Rolle: Unterschiedliche ornamentale Traditionen – vonder islamischen über die nordamerikanisch-indianische bis zur Art déco – fanden Eingang in die Werke und öffneten den Blick über den geografischen und historischen Tellerrand hinaus. Die Nähe zu Folklore und Kitsch wurde dabei nicht nur in Kaufgenommen, sondern als Gegenentwurf zum „Purismus“ der Kunst der 1960er-Jahreausdrücklich gesucht.

Pattern and Decoration lässt sich als paradigmatische Kunstströmung der1970er-Jahre beschreiben, jenes schwer zu fassenden Jahrzehnts der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche, in dem die sozialen und politischen Utopiender 1960er-Jahre auf erste Vorboten eines aufkeimenden Neoliberalismus trafen.Als „promisk“ kritisierte der amerikanische Kunsthistoriker Hal Foster die Kunst jenerDekade in seinem Artikel The Problem of Pluralism (Das Problem des Pluralismus,1982). Nach den „puren“ Bestrebungen der 1960er-Jahre, allen voran der Minimal Art, mangle es der Kunst der 1970er-Jahre sowohl an Stil als auch an kritischemBewusstsein.

Brad Davis Night cry 1979

Pattern and Decoration allerdings war aus Überzeugung „promisk“: „Wir weigertenuns, Kunstformen einer Hierarchie zu unterwerfen“, so beispielsweise Joyce Kozloff.„Für uns gab es weder Grenzen zwischen den Kunstformen der Welt noch ‚High‘ oder‚Low Art‘.“ Und Robert Kushner: „Wir wollten das Spektrum dessen, was im offiziellenKunstlexikon zugelassen war, erweitern. Textilien, großartig. Quilts – ja. Keramik –aber sicher. Teppiche – warum nicht. Wir schauten uns all diese Objekte im Hinblickauf ihren ästhetischen Wert und ihre reichen visuellen Vorzüge an und wollten, dassandere sie auch als Kunst wahrnahmen.“ Und schließlich Robert Zakanitch: „Diestrikten Parameter der Moderne verloren ihre Bedeutung, und jenseits davon gab esprächtige Dinge zu erfühlen und zu malen – feine Muster, Ornamente, Designs ausallen Kulturen der Welt, Volkskunst – Dinge und Themen, die als zu feminin erachtetworden waren und daher als trivial galten.“

Geboren aus Diskussionen von miteinander befreundeten und bekannten Kunstlerinnen sowie der Kritikerin Amy Goldin, stellt Pattern and Decoration die vielleicht letzte Kunstbewegung des 20. Jahrhunderts dar – und zugleich die erste, die uber die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten dekorativen Traditionen eine tatsächlich
globale Perspektive verfolgte. Die egalitären, kollektiven und lebenspraktischen Dimensionen, die Goldin als Eigenschaften des Dekorativen definierte, stehen dabei stellvertretend fur das Programm von Pattern and Decoration: nämlich, was konventionell als „nieder“ eingestuft wurde – die Kunst von Frauen, Kunsthandwerk, Volkskunst und so weiter –, möglichst laut zu feiern.

Der österreichische Architekt Adolf Loos (1870–1933) kriminalisierte das Dekor in seiner beruhmt- beruchtigten Streitschrift Ornament und Verbrechen, die 1908 in Reaktion auf den Wiener Jugendstil entstand. Seine Abwesenheit sei Indikator einer hohen Kulturentwicklung; seine Fertigung ein „Verbrechen an der Volkswirtschaft“. Ornament als Versprechen, der Untertitel der Ausstellung, verkehrt die Loos’sche Polemik im Sinne der Anliegen von Pattern and Decoration: Tritt die eine Position in
unverkennbar misogynem und kolonialistischem Tonfall für eine „High Art“ ein, so wird auf der anderen Seite nach Alternativen zu den Werten der westlichen Industriestaaten gesucht – nach anderen Geschlechterverhältnissen und kulturellen Identitäten und, nicht zuletzt, nach einem neuen Kunstbegriff.

Joyce Kozloff Tuts Wallpaper Pilasterpairii 1979

Peter und Irene Ludwig haben den Wert dieser Kunst schon früh erkannt und Pattern and Decoration durch systematische Ankäufe zu einem der Schwerpunkte ihrer Sammlung ausgebaut: Auf ihren Reisen in die USA Ende der 1970er-Jahre erwarben sie rund siebzig Arbeiten, von denen sich heute der Großteil im Ludwig Forum fur Internationale Kunst Aachen und eine ebenfalls umfassende Werkgruppe im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien befindet. Das in Kooperation realisierte Projekt Pattern and Decoration. Ornament als Versprechen führt die Bestände der beiden Museen erstmals wieder zusammen. Ergänzt durch weitere
internationale Leihgaben bildet die Ausstellung damit die größte Präsentation der Pattern-and-Decoration-Bewegung im deutschsprachigen Raum seit den 1980er-Jahren und ermöglicht, dass diese mehr als vierzig Jahre nach ihrer Grundung einer Neubewertung unterzogen werden kann.

Denn die Fragen, die die Kunstler_innen stellten, erfahren heute, in einer noch viel stärker globalisierten und von Machtasymmetrien gekennzeichneten Welt, eine brisante Aktualisierung. Zu einem Zeitpunkt, da sich Gräben vertiefen und Grenzen schließen, erinnert Pattern and Decoration daran, was es zu gewinnen gilt, wenn die Kanäle offenbleiben.

Das Projekt wurde vom Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen initiiert und in Kooperation mit dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien realisiert. Im Anschluss an die beiden Stationen wird die Ausstellung im Ludwig Múzeum – Museum of Contemporary Art, Budapest zu sehen sein.

Kunstler_innen: Brad Davis, Frank Faulkner, Tina Girouard, Valerie Jaudon, Joyce Kozloff, Robert Kushner, Thomas Lanigan-Schmidt, Kim MacConnel, Miriam Schapiro, Kendall Shaw, Ned Smyth, Robert R. Zakanitch und Joe Zucker
Kuratiert von Manuela Ammer


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