Doppelleben & Klassentreffen

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museum moderner kunst stiftung ludwig wien
Klassentreffen
Werke aus der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann
Pressekonferenz: Freitag, 22. Juni 2018 | 10 Uhr
Eröffnung: Freitag, 22. Juni 2018 | 19 Uhr
Kuratiert von Karola Kraus und Wilhelm Schürmann.
Ausstellung: 23. Juni – 11. November 2018
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
https://www.mumok.at/

 

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Klassentreffen
Werke aus der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann
23. Juni bis 11. November 2018

Die seit Ende der 1970er-Jahre kontinuierlich gewachsene Sammlung der Schürmanns gibt einen einmaligen Blick auf die Entwicklung der Gegenwartskunst seit den 1980er-Jahren. Sie stellt ein avanciertes Statement für eine Kunst der Gegenwart dar, die sich im Gesellschaftlichen verankert und als Kommunikationsangebot versteht. Der Ansatz der in Herzogenrath bei Aachen und Berlin ansässigen Sammlung ist kreativ-produktiv: die Praxis des Sammlerpaars kann als eine besonders freigeistige Form der Kulturproduktion beschrieben werden. Denn der Akt des Sammelns realisiert sich weniger im Bewahren und Vervollständigen, sondern wird primär als Einladung zur Teilnahme an der öffentlichen Produktion von Zusammenhängen begriffen. Diese zupackende Haltung manifestiert sich in lustvollen und unkonventionellen Gesten des Zeigens – einschließlich des Prinzips des „vergleichenden Sehens“. In diesem Sinne wird die Ausstellung Klassentreffen, deren Titel sich auf eine gleichnamige raumbezogene Installation der Berliner Künstlerin Nairy Baghramian aus dem Jahr 2008 bezieht, einen spannenden, humorvollen und aufregenden Dialog zwischen den einzelnen künstlerischen Positionen der Sammlung entspinnen und überraschende inhaltliche Bezüge etablieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei Wiener Einflüsse auf die international ausgerichtete Sammlung und ihre Vernetzungen.
Zur Kunst kam der 1946 geborene Wilhelm Schürmann Anfang der 1980er-Jahre über die Punk- und New Wave-Musik und das damit verbundene Lebensgefühl. Als „Einstiegskunst“ diente ihm die Produktion der Kölner Ateliergemeinschaft „Mülheimer Freiheit“ – von diesen Bildern trennte sich der Sammler später aber wieder. 1984 verkaufte er auch seine Sammlung historischer tschechischer Fotografie an das Getty Museum in Los Angeles. Nachhaltig bleibt die Verbindung zu den Werken von Günther Förg, Georg Herold, Meuser, Martin Kippenberger (mit dem Schürmann die Geburtsstadt Dortmund teilt) und Albert Oehlen. Von 1984 bis 1986 kuratierte Schürmann für die von F. C. Gundlach in Düsseldorf betriebene Fotogalerie CCD Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst und animierte die Künstler_innen teilweise, sich mit Fotografie zu beschäftigen. Anfang der 1990er-Jahre rückte zunehmend amerikanische Kunst, teilweise mit West-Coast-Prägung (Jack Goldstein, Mike Kelley, Paul McCarthy, Cady Noland, Raymond Pettibon, Stephen Prina, Jason Rhoades, Christopher Williams, Julia Scher) in den Fokus der Sammlung. Seither wird die Sammlung kontinuierlich um aktuelle Werke internationaler Künstler_innen erweitert, darunter auch zahlreiche österreichische Positionen.
Teile der Sammlung Schürmann wurden in der Vergangenheit in zahlreichen Museen und Galerien ausgestellt.

Kuratiert von Karola Kraus und Wilhelm Schürmann.
Beteiligte Künstler_innen (Auswahl):
Nairy Baghramian, Silvia Bächli, Monika Baer, John Baldessari, Jennifer Bornstein, Nicola Brunnhuber, Ernst Caramelle, Kate Davis, Heinrich Dunst, Marina Faust, Morgan Fisher, Julian Göthe, Trixi Groiss, Gerhard Gronefeld, Julia Haller, Georg Herold, Lone Haugaard Madsen, Nicolas Jasmin, Raimer Jochims, Mike Kelley, Anne-Mie van Kerckhoven, Martin Kippenberger, Sonia Leimer, Zoe Leonard, Park McArthur, Paul McCarthy, Meuser, Lisette Model, Oswald Oberhuber, Albert Oehlen, Anna Oppermann, Rebecca Quaytman, Susanne Paesler, Laurie Parsons, Stephen Prina, Deborah Remington, Lin May Saeed, Sigune Siévi, Michael Simpson, Michael E. Smith, Walter Swennen, Alice Tippit, Joëlle Tuerlinckx, Nora Turato, Miriam Visaczki, Franz West, Christopher Williams, Heimo Zobernig

 

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Doppelleben
Bildende Künstler_innen machen Musik
Eröffnung: Freitag, 22. Juni 2018 | 19 Uhr
Kuratiert von Eva Badura-Triska und Edek Bartz
Kurator_innenführung: Doppelleben
Mit Eva Badura-Triska
28. Juni 2018 | 19 Uhr
Live in Concert: Beauties of the Night
28. Juni 2018 | 20 Uhr
Ausstellung: 23. Juni – 11. November 2018
Museumsplatz 1, A-10­70 Wien
https://www.mumok.at/de/events/doppelleben #Doppelleben

 

Empty illuminated stage with drumkit, guitar and microphones

 

Doppelleben & Klassentreffen
23. Juni – 11. November 2018
Die Ausstellung Doppelleben rückt bildende Künstler_innen in den Fokus, die Musik geschrieben, produziert oder öffentlich aufgeführt haben beziehungsweise Mitglieder von Künstler_innenbands waren oder sind. Dabei wird im mumok ausschließlich Musik „ausgestellt“: Großformatig projizierte Videos von Konzert- und Studioauftritten vermitteln das Gefühl, live dabei zu sein, und machen gleichzeitig die Bedeutung der unterschiedlich inszenierten Performancesituationen anschaulich.
Die Ausstellung spannt einen Bogen vom frühen 20. Jahrhundert bis heute. Beginnend mit Duchamp und den Futuristen über Yves Klein und die Fluxuskünstler_innen Nam June Paik und Yoko Ono führt sie zu zentralen Figuren der 1960er- und 1970er-Jahre wie A. R. Penck, Hanne Darboven, Gerhard Rühm oder Hermann Nitsch. Vertreter des Proto-Punk wie Captain Beefheart und Alan Vega sind Vorläufer der zahlreichen Künstlerbands der 1980er-Jahre, in denen unter anderem Mike Kelley, Albert Oehlen, Heimo Zobernig oder Pipilotti Rist gespielt haben. Die stilistisch wieder heterogenere Szene seit den 1990er-Jahren ist unter anderem durch Jutta Koether, Stephen Prina, Angela Bulloch, Carsten Nicolai, Christian Marclay, Billy Childish oder Emily Sundblad vertreten.
Als Teil der Ausstellung finden im mumok Livekonzerte bedeutender nationaler und internationaler Künstler_innen statt, die mit Ausstellungsticket besucht werden können.
Beteiligte Künstler_innen/Musiker_innen und Bands
Alva Noto (Carsten Nicolai); Laurie Anderson; Christian Ludwig Attersee; Beauties of the Night (Christian Egger, Manuel Gorkiewicz, Markus Krottendorfer, Alexander Wolff); John Cage; Captain Beefheart & His Magic Band (Alex St. Clair Snouffer, Jeff Cotton, Jerry Handley, John French); Charlemagne Palestine; Chicken (Hari Ganglberger, Nicholas Hoffman, Katrin Plavčak); Tony Conrad; Martin Creed & Band; DA EAT (Stefan Branca, Mattias Vatter, Phillip Zaiser, Thomas Zipp), Hanne Darboven; Destroy all Monsters (Mike Kelley, Cary Loren, Jim Shaw, Niagara); Die Tödliche Doris (Tabea Blumenschein, Käthe Kruse, Wolfgang Müller, Nikolaus Utermöhlen); Essachai Vow (Christian Kosmas Mayer, Alexander Wolff); Marcel Duchamp; GRAF+ZYX; Hotel Morphila Orchester (Paul Braunsteiner, Loys Egg, Franz Machek, Wolfgang Stelzer, Peter Weibel); Yves Klein; Jutta Koether; Laibach (Milan Fras, Dejan Knez, Daniel Landin, Ivan Novak); Les Reines Prochaines (Teresa Alonso, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Pipilotti Rist, Regina Florida Schmid); Christian Marclay; Molto Brutto (Gunther Damisch, Josef Danner, Blihal, Andreas Kunzmann, Gerwald Rockenschaub); Monoton; Phill Niblock; Hermann Nitsch; Markus Oehlen; Yoko Ono; O.T. (Lothar Fiedler, Helge Leiberg, A. R. Penck, Christoph Winckel); Nam June Paik; Pas Paravant (Felix Dorner, Karl Kowanz, Renate Kowanz-Kocer, Wolfgang Poor, Günther Schrom, ManfreDu Schu, Wolfgang Stengel, Hans Weigand); Stephen Prina; Gerhard Rühm; Luigi Russolo; Selten gehörte Musik (Günter Brus, Hermann Nitsch, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Oswald Wiener); Suicide (Alan Vega, Martin Rev); Emily Sundblad mit Pete Drungle und Ensemble, The Alma Band (Herbert Brandl, Josef Danner, Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Markus Oehlen); The Pop Rivets (Brand Buds, Wild Billy Childish, Big Russ, Little Russ), The Red Krayola with Art & Language (Kathryn Bigelow, Ian Burn, Jesse Chamberlain, Christine Kozlov, Nigel Lendon, Mel Ramsden, Paula Ramsden, Terry Smith, Mayo Thompson); The Wired Salutation (Andrea Belfi, Angela Bulloch, David Grubbs, Stefano Pilia); Throbbing Gristle (Chris Carter, Cosey Fanni Tutti, Peter Christopherson, Genesis P-Orridge), Wolfgang Tillmans, Trabant (Viðar Hákon Gíslason, Þorvaldur H. Gröndal, Ragnar Kjartansson, Gísli Galdur Thorgeirsson, Hlynur Aðils Vilmarsson), Wendy Gondeln (Albert Oehlen); Heimo Zobernig mit Marcus Geiger, Martin Guttmann, Hans Weigand

https://www.mumok.at/de/events/doppelleben #Doppelleben

 

 

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Ernesto Neto18

Zürich Hauptbahnhof | Wanner-Halle
fondationbeyeler

FONDATION BEYELER
ERNESTO NETO – GaiaMotherTree
Kunstprojekts im öffentlichen Raum

Medienrundgang:
Freitag, 29. Juni 2018 | 10 Uhr
Es sprechen:
Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler
Michiko Kono, Kuratorin der Fondation Beyeler
Ernesto Neto, Künstler
30.6. – 29.7.2018
Hauptbahnhof Zürich
Fondation Beyeler, Beyeler Museum
https://www.fondationbeyeler.ch

 

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ERNESTO NETO WÄHREND DER INSTALLATION VON RUI NI / VOICES OF THE FOREST IM KUNSTEN MUSEUM OF MODERN ART AALBORG, DÄNEMARK
Foto: Niels Fabaek/Kunsten Museum of Modern Art, Aalborg

 

Die Fondation Beyeler präsentiert vom 30. Juni bis 29. Juli 2018 eine Installation des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto (geb. 1964 in Rio de Janeiro) im Zürcher Hauptbahnhof. Das monumentale Werk GaiaMotherTree, eine aus bunten Baumwollbändern handgeknüpfte, baumartige und farbenfrohe Skulptur wird sich bis hinauf zur 20 Meter hohen Decke der Bahnhofshalle ausbreiten. Das Werk kann betreten werden, es ist ein Ort der Begegnung, der Interaktion und der Meditation. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm für Erwachsene und Kinder mit Musik, Mediationen, Workshops, Führungen und Vorträgen findet im Inneren statt.
Ernesto Neto gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Lateinamerikas. Seinem Schaffen, das sowohl Skulpturen als auch Installationen und multimediale Werke umfasst, wurde nicht zuletzt aufgrund mehrerer Teilnahmen an der Biennale von Venedig und von Ausstellungen in renommierten Museen weltweit grosse Anerkennung zuteil.
In den letzten Jahren hat sich Neto mit einer neuen Werkserie beschäftigt, die er in Kooperation mit den Huni Kuin realisiert, einer indigenen Bevölkerungsgruppe, die im brasilianischen Amazonasgebiet nahe der peruanischen Grenze lebt. Ihre Kultur und Bräuche, ihre Sprache, ihr Wissen, ihr Handwerk, ihre Ästhetik, Werte, Weltanschauung und spirituelle Verbindung zur Natur haben Netos Auffassung von der Kunst verändert und sind wesentliche Bestandteile davon geworden. Vertreter der Huni Kuin werden zum Medienrundgang anwesend sein.

Zum Ablauf:
10:00 Einlass TV-Teams und Fotografen, individueller Rundgang Journalisten
11:30 Begrüssung durch Sam Keller
11:40 Michiko Kono zur Entstehung des Projektes
11:50 Ernesto Neto spricht über sein Werk
12:00 Q&A für Journalisten

www.fondationbeyeler.ch

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mare-mediterraneum18

AES+F

MANIFESTA 12 PALERMO / collateral
Sala Pompeiana of Teatro Massimo in Palermo
AES+F
MARE MEDITERRANEUM | Mediterranean Sea
Opening: 15. June 2018 | 12 pm
Edited by David Elliott
Organizing institution:
MAMM- Multimedia Art Museum Moscow
Olga Sviblova, Director
General partners: AVC Charity Foundation, Moscow;
Andrey Cheglakov, Founder, Fondazione Teatro Massimo, Palermo
Executive Producer: Elisabetta di Mambro
Exhibition: 16. June – 19. September 2018
http://aesf.art/news/mare-mediterraneum-exhibition/#all
https://www.manifesta12.org/

 

 

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AES+F
MARE MEDITERRANEUM | Mediterranean Sea
16. June – 19. September 2018

The Mediterranean Sea is the reservoir of civilization – its heart has pumped people, cultures, and religions from shore to shore like blood. The Phoenicians and Carthaginians flowed north, the Romans and Crusaders south, the Genoese east, Byzantines west, the Islamic Caliphates east, west, north, and south. Sicily is right in the middle and the waves of all civilizations have splashed on her shores. This is still happening today.
The Mediterranean Sea is once again the epicenter of ideological contradiction. War has pushed refugees and migrants who, saving themselves, have floated and swum across it to confront Europe with a difficult choice. (In ancient myth Europa herself was also forced to cross this sea). Their choice has already led to politically charged and ideological confrontations, to the polarization of public opinion and to the rise of xenophobia and ethnic violence.
This tragic situation has become a political conflict as well as the subject of negotiation and ideological speculation. In this form it has been transmitted by media as a meme in what is now described as ‘post-truth’. The ethical situation that has unfolded out of this is paradoxical to say the least.
Making porcelain figurines on this subject could be thought an extreme manifestation of this paradox yet, through its distance, an artistic image may be more radical than reality itself because it can push conceptual limits.
Porcelain has always been a symbol of contentment and bourgeois comfort. The recent waves of migrations have confronted Europe with a dilemma: whether to accept refugees – allowing them to enter at the cost of the material and psychological comfort of their hosts; or to reject them in an immoral, inhumane, and cynical act that would undermine the co-operative ethical basis of Europe itself.
Comfort is both fallible and fragile, like the porcelain that is associated with it. Kept safe for generations in high places, porcelain figurines are attentively guarded but their fragility encapsulates the threat of instantaneous loss. They shatter easily.
The chosen form and material of these works contrast with the drama of what is unfolding in the Mediterranean today, and, by doing so, point to it. A reflected ray of light illuminates better than a direct one. We think that this holds true concerning this work.

Edited by David Elliott

Organizing institution:
Multimedia Art Museum Moscow (MAMM); Olga Sviblova, Director

General partners: AVC Charity Foundation, Moscow;
Andrey Cheglakov, Founder, Fondazione Teatro Massimo, Palermo

Executive Producer: Elisabetta di Mambro

Production partners:
Noirmontartproduction, Paris; Jerome de Noirmont, Founder
edm productions; Elisabetta di Mambro, Director
LK Porcelain Studio, Moscow; Lyudmila Kaminskaya, Owner
Barco Residential, Brussels.

Supported by:
Ministry of Culture of Russian Federation – Russian Seasons;
Institute of Italian Culture in Moscow, Olga Strada, Director
MARE MEDITERRANEUM
June 15th – September 19th, 2018 / Manifesta 12 Collateral Event,
Teatro Massimo, Palermo
http://www.teatromassimo.it/eng/

MANIFESTA 12 PALERMO
Opening and Preview Days:
15, 16 and 17 June 2018
14 June 2018 TV and Radio only
16.6. – 4.11.2018
Teatro Garibaldi
Via Teatro Garibaldi 46/56
90133 Palermo, Italy
https://www.manifesta12.org/

 

 

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AUSTRIAN PAVILION19

Biennale2019.37.57

ÖSTERREICHISCHER PAVILLON / AUSTRIAN PAVILION
BIENNALE ARTE 2019 58th International Art Exhibition
58. Esposizione Internazionale d’Arte

RENATE BERTLMANN represents Austria
at the 58th Biennale di Venezia !
Kuratorin / Curator :
FELICITAS THUN-HOHENSTEIN
Professional Preview: 8.—10. Mai 2019
Pressekonferenz Österreichischen Pavillons
Thursday, 9. Mai 2019 |
Eröffnung: Opening: Donnerstag, 9. Mai 2019 | Uhr
Thursday, 9. Juni 2019 | pm
Begrußung Es sprechen: Gernot Blumel
Bundesminister fur EU, Kunst, Kultur und Medien
Felicitas Thun-Hohenstein
Kuratorin des österreichischen Beitrags auf der Biennale Arte 2019
Renate Bertlmann Kunstlerin
Moderation: Ana Berlin a b c / Presse
Ausstellung: Exhibition: 11. May — 24. November 2019
Giardini della Biennale
Sestiere Castello, 30122 Venedig, Italien
https://www.biennalearte.at/de
http://www.labiennale.org/it/arte/2019

 

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Statement Gernot Blumel
Bundesminister fur EU, Kunst, Kultur und Medien
Seit uber 120 Jahren ist die Biennale in Venedig eine der international fuhrenden Kulturorganisationen, die sich dem zeitgenössischen Kunstund Kulturschaffen aus aller Welt verschrieben hat. Eine Ausstellung im Österreichischen Pavillon in Venedig ist gerade deshalb ein zentrales Ereignis einer jeden künstlerischen Laufbahn. Den gezeigten Kunstlerinnen und Kunstlern eröffnet sich die einmalige Chance, ihr Werk
den mehr als 500.000 Besucherinnen und Besuchern wie auch Fachexpertinnen und -experten präsentieren zu können.
Mit dem österreichischen Auftritt auf der Biennale wird ein Beitrag zu einer lebendigen und kreativen Kunstszene innerhalb und außerhalb unseres Landes geleistet. Die Biennale in Venedig ist nicht nur ein Magnet fur Kunst- und Kulturbegeisterte aus aller Welt, sie bietet als renommierte Plattform die Möglichkeit, das großartige Kunst- und
Kulturschaffen Österreichs weit uber die Grenzen unseres Landes hinauszutragen.
So ist die Kunstbiennale von Venedig viel mehr als eine periodisch stattfindende kulturelle Leistungsschau unterschiedlicher Nationen. Seit Jahrzehnten trägt sie entscheidend zum aktuellen Diskurs und zur kulturellen Entwicklung bei. Diese Vielfalt der Ausstellungsbeiträge bzw. der Länderbeteiligungen in den Pavillons in den Giardini bietet einen geeigneten Rahmen, um dem internationalen Publikum eine kulturelle Visitenkarte Österreichs zu präsentieren.
Ich freue mich sehr, dass Felicitas Thun-Hohenstein den Österreichischen Pavillon der Kunstbiennale 2019 kuratiert.

Felicitas Thun-Hohenstein ist eine international angesehene Ausstellungsmacherin, Autorin und Herausgeberin zahlreicher Texte und Publikationen und seit vielen Jahren Professorin fur Kunstgeschichte am Institut fur Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Kunste Wien, an der sie als Initiatorin und Leiterin auch fur das Cathrin Pichler Archiv verantwortlich zeichnet. Feministische, genderspezifische und performative Fragen stehen im Fokus ihrer Arbeit.
Mit Renate Bertlmann wählte die Kuratorin fur den Österreichischen Pavillon 2019 eine Kunstlerin aus, deren Werk nicht nur eine wesentliche Position in der weiblichen Performancegeschichte Österreichs innehat, sondern darüber hinaus in der internationalen feministischen Avantgarde hoch geachtet ist. 2017 erhielt die 1943 in Wien geborene Kunstlerin den Großen Österreichischen Staatspreis. Umso größer ist meine Freude, dass die kommende Präsentation im österreichischen Pavillon erstmals in dessen jahrzehntelanger Geschichte einer weiblichen Einzelposition gewidmet wird.

Der Beitrag Österreichs bietet 2019 erneut den Ausgangspunkt fur eine rege, international ausgerichtete Diskussion, die mit Sicherheit die weltweite Präsenz und Bedeutung österreichischer Kunst und Kultur klar unterstreichen wird.

 

 

FelcitasThunHohenstein

 

Einleitung der Kuratorin des Österreichischen Pavillons
Felicitas Thun-Hohenstein

Die Darstellung verlangt Radikalisierung und kommt aus Nötigung.
Ingeborg Bachmann 1
Seit ihrer Grundung 1895 und somit als älteste Weltausstellung der bildenden Kunst steht die Biennale von Venedig Modell fur alle zeitgenössischen Großausstellungen. Ihre Geschichte ist auch eine kulturpolitische Erzählung des europäischen 20. und globalen 21. Jahrhunderts. Vor allem ist sie eine Geschichte der Ausstellungen und ihrer spektakulären Provokationen im Sinne einer Kunst als Herausforderung. Ein Rueckblick der bis heute präsentierten Künstler*innen im Österreichischen Pavillon, der von Josef Hoffmann und Robert Kramreiter erbaut und seit 1934 als österreichischer Länderpavillon bestimmt ist, macht die Vielfalt und Heterogenität der Ausdrucksweisen
und Positionen der Kunst sichtbar.
2019 wird mit Renate Bertlmann erstmals in der Geschichte der österreichischen Biennale-Beiträge eine Künstlerin den Pavillon mit einer Einzelpräsentation bespielen. Damit setzen wir als Gesellschaft ein Zeichen, das der Kunst folgt und strukturelle Schieflagen mitdenkt.
Mit Renate Bertlmann wähle ich eine Künstlerin aus, deren inhaltlich wie ästhetisch kompromisslose Verfahrensweise im besten Sinne des Wortes eine venezianische Kunstgeschichte der Provokation fortfuehren wird.
Renate Bertlmann wird in Österreich seit Langem als herausragende feministische Kunstlerin und Pionierin der Performancekunst geschätzt. Als Anerkennung für ihre wegweisende Arbeit erhielt sie 2017 den Großen Österreichischen Staatspreis. In den letzten Jahren fand ihre Arbeit auch auf internationaler Ebene beachtliche Anerkennung.
Ihre Arbeiten waren bei Großveranstaltungen wie der Gwangju Biennale ebenso vertreten wie in wegweisenden Ausstellungen wie The World Goes Pop, Tate Modern, London (2014), Self-Timer Stories, Austrian Cultural Forum New York (2014), Renate Bertlmann – Maria Lassnig, Sotheby’s Gallery, London (2017) und Sex Work: Feminist Art & Radical Politics, Richard Saltoun Gallery, Frieze Art Fair, London (2017).

Bertlmann kann auf ein komplexes OEuvre zurückgreifen, das sowohl in ästhetischer als auch in konzeptioneller Hinsicht untrennbar mit einer Ästhetik des Riskanten verbunden ist. Im Blick das transformatorische Potenzial von Differenz als Gegenstück zu Macht, oszilliert in ihren Arbeiten Performatives, Skulpturales, Zeichnerisches, Fotografisches, Filmisches und Textuelles zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem, Entzogenem und Begehrtem, Alltäglichem und Ungewöhnlichem, Kunst und Leben. Renate Bertlmann zeichnet sich nicht nur durch ihre hohe formale und konzeptuelle Präzision aus. Der agitativ programmatische Charakter ihres Werkes unter dem kunstlerischen Motto „amo ergo sum“ und ihr obsessiver Umgang mit Körperbildern
richtet sich unmittelbar an eine gesellschaftspolitische Alltagskultur. Schon zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn verstand es Bertlmann, die institutionellen Bedingungen der Kunst und Kunstbegriffe zugleich kritisch wie lustvoll zu hinterfragen, indem sie das ironische Potenzial und den Eigensinn von Materialitäten als Ausgangspunkt
ihrer feministisch-analytischen Reflexionen nutzte und die Mechanismen des Kunstsystems offenlegte. Umso beeindruckender ist, wie es ihr gelingt, diese Fragestellungen in einem synthetischen Akt performativer und tradierter Ausdrucksformen sinnlich und eindrucksvoll zu verhandeln.
Fur die Ausstellung im Österreichischen Pavillon wird Renate Bertlmann neben einer Werkauswahl eine neue, eigens für die Biennale entwickelte Arbeit präsentieren.

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Zur Kunstlerin RENATE BERTLMANN
„Ich freue mich sehr über die wunderbare Aufgabe, den Österreichischen Pavillon in Venedig zu gestalten. Inhaltliche und ästhetische Radikalität und Risikobereitschaft sind die tragenden Säulen meiner kunstlerischen Arbeit. Meine Visionen, die mich seit 50 Jahren tragen, werden daher auch an diesem Ort ihren authentischen Ausdruck finden.“
Renate Bertlmann

Renate Bertlmann (*1943 in Wien) studierte zunächst 1962/63 an der Academy of Arts in Oxford, anschließend bis 1970 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach ihrem Diplom folgte ein Lehrauftrag ebenda in kunstlerischen Techniken. Sie lebt und arbeitet in Wien.
In ihren Arbeiten beschäftigt sich Bertlmann mit Rollen- und Körperbildern. Sie hinterfragt geschlechtliche Zusammenhänge, indem sie Themen wie Pornografie, Sexualität, Gewalt, Eros und Hierarchie diskutiert. Ihre Werke zeichnen sich besonders durch ihren provokativen, ironischen Zugang aus.
Bertlmann ist seit 1993 Mitglied der Wiener Secession und gehört seit 1994 zum Herausgeberinnenkreis von [sic!] Forum fur feministische GangArten. 2007 erhielt sie den Preis der Stadt Wien, 2017 folgte der Große Österreichische Staatspreis.
https://www.bertlmann.com

 

Felicitas Thun-Hohenstein
Felicitas Thun-Hohenstein ist Kuratorin, Kunsthistorikerin und Professorin am Institut fur Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Sie leitet etliche Forschungsprojekte wie etwa das Cathrin Pichler Archiv fur Wissenschaft, Kunst und kuratorische Praxis. In ihrer Lehr-, Forschungs-, Vortrags- und Ausstellungstätigkeit widmet sie sich Themenschwerpunkten der Gegenwartskunst, Kunst der Moderne, arts-based research sowie der feministischen Theorie und Kunstpraxis, der Körper- und Raumproduktion. Sie ist Kuratoriumsmitglied des mumok  Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Felicitas Thun-Hohenstein ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Texte und Publikationen.

 

Biennale Lectures
Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein
Ko-Kurator Andreas Spiegl
Begehrensräume Jakob Lena Knebl

Begleitend zu den Vorbereitungen des österreichischen Beitrags im Rahmen der Biennale Arte 2019 finden in Kooperation mit der Akademie der bildenden Kunste Wien die Biennale Lectures statt. Ziel der von Felicitas Thun-Hohenstein und Andreas Spiegl kuratierten Veranstaltungsreihe ist, die Biennale selbst als kulturpolitisch gleichermaßen bedeutsame wie umstrittene Ausstellungsinstitution in Form von Vorträgen von Wissenschaftler*innen und Künstler*innen zu erörtern und zur Diskussion zu stellen.
Eröffnet wird die Reihe im Herbst mit einem Gespräch mit Ralph Rugoff, Generalkurator der Biennale Arte 2019, im Atelierhaus der Akademie der bildenden Kunste

Lehargasse 6–8, 1060 Wien
Mit dem österreichischen Ausstellungsbeitrag zur Biennale Arte 2019 sind implizit drei kunst- und kulturpolitische Fragen verbunden. Diesen ist jeweils eine Biennale Lecture gewidmet.
#biennalelectures

 

TEAM
Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein

fth@biennalearte.at
Kunstlerische Assistenz Nadine Lemke
Wissenschaftliche Mitarbeit Marija Nucjic
Projektkoordination, Produktion & Finanzen
Katharina Boesch, Christine Haupt-Stummer, Viktoria Pontoni
section.a, Wien

Buero des österreichischen Beitrags
Projektkoordination, Produktion & Finanzen
info@biennalearte.at
c/o section.a, Wien
Praterstrasse 66 / 7a, 1020 Wien
Katharina Boesch
t +43 1 713 24 32 45 / m +43 676 754 99 54
kb@biennalearte.at

 

Im Auftrag von

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Österreichischer Pavillon
Biennale Arte 2019
58th International Art Exhibition

Website + Social Media des Österreichischen Pavillons
http://www.biennalearte.at
Facebook: http://www.facebook.com/AustriaAtVeniceBiennale
Instagram: @AustrianPavilion #austrianpavilion2019

 

Kommunikation
a b c
Ana Berlin + Team
http://www.abc-works.today
t +43 660 475 38 18 / press@biennalearte.at
http://www.biennalearte.at

Zu erreichen vom Bahnhof und der Piazzale Roma
mit den Vaporetto Linien
Arsenale: 1, 4.1
Giardini: 1, 4.1, 5.1, (6 nur ab Piazzale Roma)

 

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The Great Escape

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pop/off/art Gallery, Moscow, Russia
The Great Escape.
New Painting From Berlin.
Opening: 5. June 2018 | 7 pm
Artists:
Emmanuel Bornstein (1986) Carsten Fock (1986)
Erez Israeli (1974) Ruprecht von Kaufmann (1974)
Clemens Krauss (1979) Robert Muntean (1982)
Katrin Plavčak (1970) Ashley Hans Scheirl (1956)
Antony Valerian (1992) Sahar Zukerman (1985)
Curator: Andreas Huber
Exhibition: 06.06. – 10.07.2018
pop/off/art gallery
CCA Winzavod, Moscow, 4 Syromyatnichesky
per. 1, bldg. 6, entrance 23
https://www.popoffart.com
https://www.galeriecrone.at

 

334718n.jpgAshley Hans Scheirl, Balancing Priorities, 2016

 

The Great Escape. New Painting from Berlin
Exhibition: 06.06. – 10.07.2018

pop/off/art gallery presents the exhibition
“The Great Escape. New Painting from Berlin”, which is its first joint project with the art gallery Crone(Vienna/Berlin). The exhibition will feature the works of ten internationally renowned artists who have participated in major art events, including numerous biennials, documenta 14 and others. What unites the artists is the medium of painting and the fact that they live and work in Berlin. The Crone art gallery was founded in Hamburg in 1982. At present, two branches of the gallery are open – in Berlin and Vienna. Crone is one of the largest European galleries that presents Contemporary Art. Andreas Huber, Director of the gallery’s Viennese Branch, is to be the curator of the exhibition at pop/off/art gallery.

 

3346771nSahar Zukerman, Tarimi, Tarimi, 2017

The title of the exhibition is a reference to the book “The Great Escape” by Paul Brickhill, which was made into the film of the same name in 1963. The plot was based on real events: the mass escape of prisoners from the German prison camp Stalag Luft III during the Second World War. Escape as a metaphor for leaving a place of imprisonment without permission, and the coping with post-war trauma by many generations of Western artists – are the main themes of the exhibition. What lies at the base of German painting today? What is the essence of the artistic expression of the new generation of Western European artists? Namely, these questions are the subject matter of the project.

 

 

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Robert Muntean, Just like Honey, 2018

 

The painting, presented at the exhibition, exists at the junction of the figurative and the abstract, insurrection and submission, materiality and non-materiality. These artists push the medium of painting to its limits. The visible refers to expression that is obscure, mysterious and hidden from the eye. Robert Muntean works in his own style that has for a long time been distinguished by the careful and balanced contradictions of the dynamic and the static. Clemens Krauss creates installations using hair and silicone and also makes the surface of the painting three-dimensional. Ruprecht von Kaufmann reinterprets traditional iconography with the help of collage and by cutting the picture surface itself. The photorealistic painting creates a new level of reality, while fantastic images awaken dreams of unexplored worlds. The viewers will have a unique chance to see the various techniques, forms and means of expression of these artists from Germany, which is rightfully considered the leader in stretching the boundaries of contemporary painting.

 

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Carsten Fock, ohne Titel, 2016

 

 

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Erez Israeli, La Marioneta (Tribute to Francisco Goya), 2018

 

 

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Emmanuel Bornstein, Illumination I, 2016

 

 

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Antony Valerian, Tauben, 2016

 

335008nRuprecht von Kaufmann, Der Trapezakt, 2014

 

 

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Katrin Plavčak, Humpty Dumpty in Aida, 2016

 

 

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Clemens Krauss, Sparrows, 2017

 

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From the Outside to the Inside

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CRONE WIEN / Gallery Crone Vienna
From the Outside to the Inside
Eröffnung: opening: Dienstag, 29. Mai 2018 | 19 Uhr
Tuesday, 29. May 2018 | 7-9 pm
Arbeiten von Rosa Aiello, Kelly Akashi, Daniel Lergon,
Peter Miller und Nazim Ünal Yilmaz.
Kurator Andreas Huber
Ausstellung: Exhibition: 30. Mai – 8. September 2018
Getreidemarkt 14, 1010 Wien Austria
https://www.galeriecrone.at

 

From the Outside to the Inside“
Andreas Huber kuratierten Schau setzen wir unsere Ausstellungsreihe fort, die sich mit Kunst als Membran zwischen äußeren und inneren Zuständen menschlicher Existenz befasst.
Ging es bei der Ausstellung „From the Inside to the Outside” im Januar diesen Jahres um die Spiegelung emotionaler Empfindungen in eine äußere Verfasstheit und Verfestigung, rückt „From the Outside to the Inside” nun das genaue Gegenteil in den Mittelpunkt – die unausweichliche Auflösung realer Gegebenheiten durch ihr Eindringen in unsere Gefühls- und Gedankenwelt. Vermittelt durch die visuelle und taktile Anziehungskraft der Oberfläche führen uns die Werke von Nazim Ünal Yilmaz, Daniel Lergon, Peter Miller, Kelly Akashi sowie Rosa Aiello in eine verborgene Welt von Ideen, Erinnerungen und Empfindungen.

 

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Nazim Ünal Yilmaz Hotel Principles, 2015

 

 

Die Gemälde von Nazim Ünal Yilmaz fungieren als Seelenlandschaften. Mit ihren verlassenen Korridoren und Treppenaufgängen erzählen sie von Einsamkeit und Melancholie aber auch von Nervenkitzel und Erregtheit. Als ambivalente Orte von Begegnung und Anonymität führen die Treppen in ein unergründliches Dunkel.  Zeit und Raum werden nicht näher definiert. Nur ein auf den Stiegen achtlos liegen gelassenes Objekt, ein Mischwesen aus Insekt und Unterwäsche verweist auf das Hotel als Ort von sexuellem Abenteuer und riskanter Erotik. Zusammen mit der Installation „Hotel Principles II“, in der Nylonstrumpfhosen zusammengenäht und zu einer Art Wandschirm aufgespannt werden, strukturiert die Arbeit den Raum und greift so auf ihn ein. Mit ihrer spezifischen Oberflächenqualität versperren die Installationen den Blick auf das, was dahinterliegt und wecken gleichzeitig die Neugier des Betrachters. Die Ambivalenz, die bereits in den Malereien anklingt, findet hier ihre materielle Manifestation.
Die Qualität der Oberfläche spielt auch für Daniel Lergon eine entscheidende Rolle. Der in Berlin lebende Künstler mit seinem experimentellen Zugang zur Malerei greift in seinen hier gezeigten Werken nur auf ein einziges Farbpigment zurück, aus dem er ein reiches Spektrum an Nuancen entwickelt – von leuchtendem Hellgrün bis zu fast schwarz wirkendem Dunkel. In einem von der Schwerkraft befreiten Raum scheint die Farbe wie im Wasser treibender Stoff auf dem monochromen Grund zu schweben. Die Zeit scheint still zu stehen. Formen kristallisieren sich heraus und manifestieren sich. Erst ein genauerer Blick enthüllt die Materialität und die besondere Haptik des gestischen Auftrags. Ein inneres Licht pulsiert in seinen Werken, die trotz der abstrahierten Formen immer auch Anklänge an Figürliches in sich bergen. Durch die Reduktion auf ein Pigment tritt einzig und allein der gestische Farbauftrag in den Vordergrund, der sich auf der Leinwand einschreibt wie Spuren im Sand, individuell und unmittelbar.
Diese Direktheit und Körperlichkeit tritt bei den Arbeiten von Peter Miller weitgehend zurück. Auch er schafft in seinem Werk „Vinyl Lines“ eine Art Fingerabdruck – doch ohne dabei als Künstler selbst einzugreifen. Stattdessen dient eine selbstgebaute Apparatur dazu, die einzigartige Struktur einer Schallplatte graphisch festzuhalten. Dem semiotischen Prinzip des Index folgend schreiben sich die Rillen der LP durch ein mechanisches Übertragungssystem in Form feiner Linien in das Papier ein. Die mit Erinnerungen und Empfindungen aufgeladene Lieblingsmusik des Künstlers wird so ohne sein weiteres Eingreifen als individuelles Selbstporträt in Form einer automatisch generierten Spur festgehalten. Die Spur als fixe Markierung spielt aber auch in seiner Videoarbeit „Eidola“ eine entscheidende Rolle. Auf selbstreferentielle Weise setzt er sich hier mit den Medien Film und Fotografie auseinander und entmystifiziert so die verborgenen Mechanismen der Apparate. „Eidola“ stellt eine antike Wahrnehmungstheorie dar, nach der sich kleine Partikel von den betrachteten Gegenständen lösen, um in den Augen des Betrachters ein Bild zu erzeugen. Dieser Vorstellung entsprechend verwendet Peter Miller in seinen Arbeiten eine Nachtsichtbrille, die zugleich filmt. Die Brille ermöglicht es ihm, in der Dunkelheit eine Kamera zu öffnen und den noch unentwickelten Film mit einem Laserpointer zu bearbeiten. Auf diese Weise entsteht ein Zusammenspiel von Belichtung, Sichtbarkeit und Zerstörung auf der Oberfläche des Filmes.

 

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Kelly Akashi Heliotrope

 

Auf ganz andere Weise beschäftigt sich auch die in Los Angeles arbeitende Künstlerin Kelly Akashi mit der Oberfläche als Bedeutungsträger. Sie verwendet vor allem Werkstoffe wie Wachs, Glas oder Bronze und schafft so filigrane Skulpturen, die verschiedene Sinne des Betrachters ansprechen.  Leichtigkeit, Transparenz und Zerbrechlichkeit spielen hierbei eine ebenso große Rolle wie Haptik, Oberflächengestaltung und Dichte im Material. Das Glas trägt seine Oberfläche mit all seinen Qualitäten zur Schau. Das Sehen wird zum Fühlen. Gleichsam wird sich der Betrachter aber durch die Spiegelung in der Oberfläche seiner distanzierten Stellung bewusst. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich verborgene Strukturen, die sich im Inneren zu winden scheinen. In Akashis Werken wird der Weg von der Oberfläche ins Innere somit wörtlich umgesetzt. Durch die im Inneren verborgenen Gräser und Äste wird aber nicht nur die Verbindung von Innen und Außen hergestellt, sondern auch eine Versöhnung von Kunst und Natur. Die Grenze zwischen der natürlichen Welt und der des Kunstwerkes wird aufgehoben. Zudem sind die Elemente Feuer und Luft als Bedingung ihrer Arbeit mit dem Material entscheidende Bestandteile ihrer Werke, eingebettet und zur Evidenz gebracht in den organischen Formen der zerbrechlichen Oberflächen.
Die Videoarbeit „Amore Molesto“ der in Kanada geborenen und nun in Frankfurt lebenden Künstlerin Rosa Aiello bildet den Abschluss der Ausstellung. Wiederkehrende Motive wie das Alphabet, die Jahreszeiten, oder Natur und Architektur flickern hierbei über den Videoscreen wie eine Spur, die sich nur für den Bruchteil einer Sekunde in den Schirm einschreiben kann. In Aiellos Videoarbeiten verbinden sich gegensätzliche Strukturen ohne ordnungsstiftenden Funktion. Ausgangspunkt bildet hierbei das Alphabet als Grundeinheit unserer Sprache. Unzusammenhängende Wörter, die aus einem Kreuzworträtsel der New York Times entnommen wurden, werden von einem computergesteuerten Programm für Sehbehinderte gesprochen und mit den Bildern des Videos verbunden. Die Sprache als individuelle Visitenkarte wird so entpersonalisiert. Ein Großteil des Bildmaterials stammt aus Kalabrien, dem Herkunftsort ihres Vaters. Menschen, Orte, Musik und Gegenstände, die in besonderer Beziehung zu ihr stehen, geben so Einblick in ihre ganz persönliche Geschichte. Durch die Verbindung von vertrautem Material und einer arbiträren, willkürlichen Organisation, sucht sie einen Weg zwischen Ordnung und Chaos, Verantwortung und Vernachlässigung.

 

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Daniel Lergon Untitled, 2017
Medium: Paintings, oil on canvas

 

From the Outside to the Inside
With this show, curated by Andreas Huber, we continue our series of exhibitions around art as a mediator between outer and inner states of being.

While the exhibition “From the Inside to the Outside”, which opened in January this year, examined how emotions and feelings expressed themselves and materialised in outward appearances, “From the Outside to the Inside” explores the opposite process, namely, the inevitable dissolution of reality when it enters the world of feelings and thoughts. Harnessing the visual and tactile allure of surfaces, the works of Nazim Ünal Yilmaz, Daniel Lergon, Peter Miller, Kelly Akashi and Rosa Aiello take visitors on a journey into a hidden world of ideas, memories and sensations.
The paintings of Nazim Ünal Yilmaz act as landscapes of the soul. Their abandoned corridors and staircases speak of loneliness and melancholy but also of thrill and excitement. As ambivalent sites of encounter and anonymity, their steps lead into inscrutable darkness. Although the time and place are not specified, a hybrid object between insect and underwear, which seems to have been carelessly dropped on the stairs, points to a hotel as a place of sexual adventure and daring eroticism. Together with the installation “Hotel Principles II”, in which nylon tights have been sewn together and stretched into a kind of screen, it structures the space and thereby actively intervenes in it. Both installations, owing to the material qualities of their surface, obstruct spectators’ view on what lies beyond, while at the same time arousing their curiosity. The ambivalence that marks the paintings here finds its material expression.
The nature of the surface also plays a crucial role for Daniel Lergon. In the works shown here, the Berlin-based artist, who is known for his experimental approach to painting, uses a single colour pigment based on which he develops a rich spectrum of nuances, from luminescent light green to near-black darkness. In a space devoid of gravity, the colour floats on a monochrome ground as though on water. Time seems to stand still. Forms crystallise and materialise. Only a closer look reveals the materiality and texture of the paint. An inner light seems to pulsate in Lergon’s works, which, despite their abstract forms, always contain hints at figuration. By reducing colour to a single pigment, the artist lets the gestural application of paint move to the foreground, which inscribes itself on the canvas directly and personally, like fingerprints in the sand.

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Peter Miller Blätter, 2017

 

Directness and materiality are less prominent in the work of Peter Miller, who also creates a kind of fingerprint in his work “Vinyl Lines”, though without intervening as an artist himself. Instead, he has conceived a device that graphically captures the unique structure of a vinyl record. Following the semiotic principle of an index, the grooves of the record are transcribed as fine lines onto a sheet of paper by means of a mechanical transmission system. The artist’s favourite music, fraught with memories and feelings, is thus captured as a very personal self-portrait in the form of an automatically generated trace. The trace as a fixed mark also plays a crucial role in Miller’s video work “Eidola”, in which he self-referentially examines the media of film and photography in order to demystify their hidden mechanisms. “Eidola” illustrates an ancient theory of perception according to which small particles detach themselves from the object and form an image in the eye of the beholder. In keeping with this conception, Miller uses a pair of night-vision goggles that simultaneously act as a film camera. They allow him to open a camera in the dark and to work on the undeveloped roll of film with a laser pointer. By doing so, he creates an interaction of exposure, visibility and destruction on the very surface of the film.
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While the Los Angeles-based artist Kelly Akashi also considers surfaces as mediators of meaning, her approach is essentially different. She uses predominantly materials such as wax, glass or bronze to create delicate sculptures that appeal to several senses at once. Lightness, transparency and fragility are just as important in her work as texture, surface design and material density. The glass literally exhibits the qualities of its surface. Seeing becomes feeling. At the same time, spectators experience their detached position when they see their reflection on the glass. On closer inspection, they discover winding structures hidden beneath its surface. In Akashi’s works, the process leading from the surface to the inside is thus translated literally. The hidden grasses and branches not only establish a connection between inside and outside, but also reconcile art and nature. The boundaries between the world of nature and the world of art are abolished. Air and fire are further components of the artist’s works, embedded and evidenced in the organic forms of the fragile surfaces.

 

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Rosa Aiello: Amore Molesto, 2017

 

The video work “Amore Molesto” by the Frankfurt-based Canadian artist Rosa Aiello concludes the exhibition. Recurring motifs such as the alphabet, the seasons or nature and architecture flicker over the video screen like traces that can only inscribe themselves on the screen for a fraction of a second. Aiello’s video works combine antagonistic structures without any ordering logic. Their starting point is the alphabet as the basic unit of language. Disconnected words taken from a crossword puzzle in the New York Timesare spoken by a computer programme for the visually impaired, and linked to the images in the video. Language as the individual’s hallmark is depersonalised. Much of the footage was shot in Calabria, the place of birth of the artist’s father. People, places, music and objects with which she entertains a special relationship provide an insight into her personal story. By combining familiar material and arbitrary arrangement, her work walks a critical path between order and chaos, or between responsibility and carelessness.

CRONE WIEN GmbH ⦁ GETREIDEMARKT 14, EINGANG ESCHENBACHGASSE 14 ⦁ 1010 WIEN
TEL +43 1 581 31 64 ⦁ FAX +43 1 581 31 64 20 ⦁ http://www.galeriecrone.atinfo@galeriecrone.at

 

 

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baltictriennial13

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Baltic Triennial 13
GIVE UP THE GHOST
Chapter 1
Contemporary Art Centre, Vilnius
opening 11 May 2018
Artistic Director: Vincent Honoré
11 May –12 August 2018
Vokiečių g. 2, 01130 Vilnius
https://curamagazine.com/give-up-the-ghost-baltic-triennial/
https://www.baltictriennial13.org/

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Baltic Triennial 13
GIVE UP THE GHOST
Chapter 2
Tallinn Art Hall (Kunstihoone), Tallinn
Press and professional preview: 29 June 2018
29 June–2 September 2018
https://www.baltictriennial13.org/

 

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Baltic Triennial 13
GIVE UP THE GHOST
Chapter 3
Kim? Contemporary Art Centre, Riga
Press and professional preview: 21 September 2018
21 September–18 November 2018
https://www.baltictriennial13.org/

CURA. in conversation with
Artistic Director Vincent Honoré about shifting form of BT13:

„For the three exhibitions in Vilnius, Tallinn and Riga it was important to find a balance between coherence and fragmentation. It has been important to delineate a coherent structure that forms a single exhibition, united by the main theme of belonging. At the same time, it has been of equal importance to resist any form of conclusion that would neutralize the potency of individual works, hence leading us to embrace fragmentation as an active strategy.“

#giveuptheghost
#baltictriennial13
#BT13 #contemporaryart
#Vilnius #Tallinn #Riga

Kaasaegse Kunsti Eesti Keskus/ Center for Contemporary Arts, Estonia
Kim?

 

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The Baltic Triennial has historically taken place at the CAC Vilnius only. For its 13th edition, it will – for the first time – be organised by and happen in Lithuania, Estonia (opening on June 29th) and Latvia (opening on September 21st), where the Triennial will take the form of three different chapters and include different artists.

Baltic Triennial 13 is informed by a shared concern: what does it mean to belong at a time of fractured identities? BT13 – GIVE UP THE GHOST will unfold through and with this very question, careful not to offer a single or illustrative response. Instead, it opts for a collective vision of what is at stake: independence and dependency—and everything that lies in between—to territories, cultures, classes, histories, bodies and forms. The fluctuating notion of belonging, which can be understood to exist within the conceptual and formal framework of a relationship, allows us to think beyond identity as something fixed, self-contained and essentialised.

The exhibition in Vilnius, set within an ambitious architectural intervention designed by architect Diogo Passarinho, and which will considerably change the institution by opening it up and reconfiguring the entire space, tackles the concept of belonging by bringing together unstable territories and bodies. A large number of works have been commissioned especially for the exhibition: Anna Hulačová creates a monument in the form of a fountain; Dora Budor takes over the space surrounding the terrace and turns it into a futuristic desolate landscape inhabited by animatronic birds; Augustas Serapinas has worked with a local community to address the heritage of the nuclear industry; Sanya Kantarovsky premieres a group of new, unique works; Daiga Grantina has created a large group of sculptures; Melvin Edwards revisits one of their iconic barbed wire pieces from the 1970s; Laure Prouvost creates an immersive installation in the form of a landscape; Pakui Hardware produce new works addressing technology and human perception; Ieva Rojūtė installs two new murals; Michael E. Smith infiltrates the space with sculptures and videos; Caroline Achaintre produces large-scale new sculptures… These commissions are accompanied by loans, shown for the first time in Vilnius, of important works by: Darja Bajagić, Nina Beier, Huma Bhabha, Miriam Cahn, Jayne Cortez, Melvin Edwards, Pierre Huyghe, E’wao Kagoshima, Ella Kruglyanskaya, Katja Novitskova, Max Hooper Schneider, Anu Põder and Rachel Rose. Drawings, paintings, installations, videos, music, texts, performances form a polyphony addressing the multiple artistic strategies of our time.

https://curamagazine.com/give-up-the-ghost-baltic-triennial/

Curatorial Team:
Dina Akhmadeeva, Canan Batur, Neringa Bumbliene,
Cédric Fauq, Anya Harrison
Architect: Diogo Passarinho
Designer: Tadas Karpavičius

Supported by Ministry of Culture of the Republic of Lithuania, Lithuanian Council for Culture, Institut Français, Arterritory.com, Go Vilnius

Partners: Embassy of the Czech Republic in Vilnius,
Institut Français in Lithuania, artnews.lt

The Triennial celebrates the Centennial of the restored Latvia,
Lithuania and Estonia
https://www.baltictriennial13.org/

Contemporary Art Centre, Vilnius
11 May–12 August, 2018

Tallinn Art Hall (Kunstihoone)
29 June–2 September, 2018

Kim?, Riga
21 September–18 November, 2018

 

#giveuptheghost
#baltictriennial13
#BT13 #contemporaryart
#Vilnius #Tallinn #Riga

https://www.instagram.com/baltictriennial13/

https://www.facebook.com/BalticTriennial13/

 

1.13 – oji Baltijos trienalė „Išsižadėk šmėklų“
gali būti pakeista į 13 oji Bal
tijos trienalė (be pavadinimo).
pvz.: 13-oji Baltijos trienalė
LAURE PROUVOSTBūdas tekėti, laižyti , tekėti, 2016
InstaliacijaMeninink ės nuosavybė
NuotraukaŠMC/ Andrej  Vasilenko

 

 

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